VW Salzgitter Batterierecycling Elektroauto Diagramm Volkswagen

VW baut Batterie-Recycling-Anlage

97 Prozent Wiederverwertung geplant

Im VW-Werk Salzgitter entsteht eine Pilotanlage zum Recycling von Elektroauto-Batterien. Bereits Ende 2019 sollen die ersten wiederverwerteten Batterien ausgeliefert werden.

VW mach weiter Druck beim Umbau zur Elektromobilität. Der Hersteller will sämtliche Produktionsprozesse in Eigenverantwortung durchführen und so die maximale Kontrolle über die Abläufe erhalten. Dazu gehört auch das Recycling verbrauchter oder beschädigter Traktionsbatterien aus Elektroautos. Diese werden in der Regel bei einer Restkapazität von rund 80 Prozent ausgetauscht.

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Volkswagen

Zwei Varianten stehen beim Recycling von E-Auto-Batterien zur Wahl. Die einfachere ist das sogenannten „second life“, bei dem die für Antriebszwecke nicht mehr geeigneten Akkus für den stationären Einsatz umgearbeitet werden. Bei einer solchen Verwendung spielt das Thema Gewicht und Bauvolumen nur noch eine untergeordnete Rolle, weshalb die „abgenutzten“ Akkus mit rund 80 Prozent Restkapazität noch problemlos weiterverwendet werden können. VW hat speziell für diesen Zweck eine „Mobile Ladesäule“ entwickelt, die künftig mit ausgedienten E-Auto-Akkus zum Einsatz kommen soll.

Aufwändiger und vor allem technisch sehr anspruchsvoll ist das „echte“ Recycling von Antriebsbatterien, indem sie wieder in ihre ursprünglichen Bestandteile zerlegt werden. „Seit zehn Jahren forschen wir bei Volkswagen dazu, wie wir Rohstoffe zurückgewinnen können. Dazu gehören vor allem Kobalt, Lithium, Mangan und Nickel“, erklärt dazu Thomas Tiedje, Leiter Technische Planung bei VW. Das Werk Salzgitter liefert künftig auch die Akkus für die ID.-Modelle.

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Hierzu wird in Salzgitter eine Produktionsanlage für die Zellfertigung gebaut. Diese wird um eine Recyclinganlage ergänzt, die zunächst für eine jährliche Kapazität von 1.200 Tonnen ausgelegt ist. Das entspricht rund 3.000 Traktionsbatterien aus dem E-Auto-Einsatz. Eine spätere Kapazitätserhöhung ist bereits angedacht, wird derzeit aber noch nicht für nötig betrachtet: Erst Ende der 2020er Jahre rechnet VW mit dem vermehrten Anfall von verbrauchten Antriebsbatterien, wenn die jeweiligen E-Fahrzeuge das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben.

Wird die Batterie nicht einem zweiten Leben zugeführt, dann wird sie von den Mitarbeitern in Salzgitter für die Wiederverwertung vorbereitet: Dazu werden die einzelnen Bestandteile zunächst geschreddert. Anschließend wird das Material getrocknet und gesiebt. So gewinnen die Mitarbeiter das sogenannte „schwarze Pulver“. In ihm sind die wertvollen Rohstoffe – Nickel, Mangan, Kobalt und Lithium – enthalten. Diese müssen dann nur noch einzeln getrennt werden. Danach stehen sie für die Produktion neuer Batterien zur Verfügung.

VW Powerbank mobile LadesŠule Elektro-Auto
Alternative Antriebe

VW sieht die Investition in die Recycling-Anlage auch strategisch, will damit Kosten für die Rohstoffbeschaffung und die Entsorgung vermeiden. „Dann recyceln wir es lieber gleich selbst und qualifizieren dabei unsere Mitarbeiter, zumal wir in Zukunft hohe Stückzahlen erwarten“, sagt Thomas Tiedje. Auf lange Sicht will VW 97 Prozent aller Rohstoffe recyceln. Heute sind es 53 Prozent, mit der Anlage in Salzgitter werden es 72 Prozent werden.

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