VW-Schmiergeldaffäre

Aktivitäten in Indien waren bekannt

Foto: VW, dpa

In der VW-Affäre ist die Konzernzentrale nach ARD-Informationen frühzeitig über die Indien-Aktivitäten des inzwischen entlassenen VW/Skoda-Managers Helmuth Schuster informiert gewesen.

VW habe bereits seit vergangenem Jahr ein Joint Venture mit der indischen Firma "Vashishta Wahan" für den Bau einer Fabrik in Südindien geplant, berichteten das ARD-Hörfunkstudio Südasien und das ARD-Magazin Monitor am Donnerstag (21.7.). VW habe auch vom Eingang von zwei Millionen Euro indischer Steuergelder für das Projekt auf das "Vashishta Wahan"-Konto gewusst, berichtet die ARD. Die Gelder sollen inzwischen verschwunden sein.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig und das Landeskriminalamt ermitteln wegen Betrugs und Untreue gegen den Ex-Personalvorstand der VW-Tochter Skoda, Helmuth Schuster und dessen früheren Mitarbeiter Klaus-Joachim Gebauer. Sie sollen unter anderem über ein internationales Geflecht von Tarnfirmen Gelder, die VW oder Skoda zustanden, auf eigene Konten umgeleitet haben. "Dabei spielt auch Indien eine Rolle", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Es werde auch über ein Rechtshilfeersuchen nachgedacht. "Derzeit kommen wir aber noch ohne aus."

VW bestätigte jetzt der ARD, "Vashishta Wahan" sei eine Projektgesellschaft, die für Volkswagen vorbehaltlich einer Investitionsentscheidung des Vorstands eine Fabrik in Indien errichten sollte. "Deshalb war Volkswagen die Gesellschaft und die Gesellschaftsstruktur zum Zeitpunkt der Eintragung im Handelsregister grundsätzlich bekannt", erklärte der Wolfsburger Autobauer. VW plante seit längerem ein Engagement in Indien.

"Vashishta Wahan"-Direktor Jagadeesh Raja sagte dem ARD- Hörfunkstudio Südasien, VW versuche offensichtlich zu "vertuschen". Er sei in Kontakt mit Schusters Anwälten über Schadenersatz und wolle gegen Volkswagen Klage einreichen.

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