VW-Schmiergeldaffäre

Ermittlungen kommen voran

In der Korruptionsaffäre beim VW-Konzern kommt die Staatsanwaltschaft mit ihren Ermittlungen nach eigener Darstellung gut voran. "Wir treten nicht auf der Stelle", sagte der Sprecher der Braunschweiger Staatsanwaltschaft, Klaus Ziehe, am Dienstag (23.8.).

Die Ermittlungen könnten aber wegen der Komplexität der Vorwürfe noch Wochen oder Monaten andauern, bekräftigte er. "Wir graben uns durchs Gelände."

In der Affäre geht es um Betrugs- und Untreuevorwürfe. Zudem sollen Betriebsräte mit "Lustreisen" und Besuchen im Rotlichtmilieu begünstigt und damit auf Unternehmenslinie gebracht worden sein.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt bisher wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue gegen Ex-Skoda-Personalchef Helmuth Schuster sowie den früheren VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer. Sie sollen Gelder mit Hilfe eines Geflechts von mindestens zehn Firmen in acht Ländern auf eigene Konten umgeleitet haben. Auch Schmiergeld sei gezahlt worden. Gegen Ex-VW-Betriebsratschef Klaus Volkert ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Untreue.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat Volkswagen für eine Indien-Reise Volkerts eine sechsstellige Summe bezahlt. An der Reise hätten auch Schuster und Gebauer teilgenommen, hieß es. Die Reise sei der Anlass dafür gewesen, auch gegen Volkert zu ermitteln. Die Behörde überprüfe, ob Gelder, die VW für die Reise ausgegeben habe, mit dem Geschäftszweck vereinbar gewesen sei. Darüber hinaus würden "alle möglichen" Spesenabrechnungen geprüft.

Volkert hatte eingeräumt, an einer von Schusters Firmen beteiligt gewesen zu sein. Er sei aber nicht in kriminelle Machenschaften verwickelt, hatte er versichert. Behördensprecher Ziehe sagte, weder Schuster noch Gebauer oder Volkert seien bisher vernommen worden.

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