VW-Schmiergeldaffäre

Ermittlungsgruppe beginnt

Foto: VW, dpa

Update ++ In der VW-Betrugsaffäre haben Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt (LKA) auf Basis der vorgelegten Dokumente jetzt eigene Untersuchungen begonnen. Im Mittelpunkt stehen die Korruptionsvorwürfe gegen den Ex-Skoda- Personalchef Helmuth Schuster und seinen Mitarbeiter.

"Wir verschließen aber nicht die Augen vor weiteren Berichten in den Medien", sagte Behördensprecher Klaus Ziehe am Freitag in Braunschweig. Staatsanwaltschaft und LKA haben eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet. Zu Ergebnissen könne er nichts sagen.

Weitere Details über Geschäfte der Beschuldigten

Unterdessen wurden weitere Details über die Geschäfte der Beschuldigten bekannt. Die "Berliner Zeitung" zitierte aus einem ihr vorliegenden Schriftstück, die beiden früheren VW-Beschäftigten Schuster und Klaus Gebauer hätten "verschiedene Investitions- und Handelsprojekte vermittelt". Dabei handele es sich um VW-Projekte in Angola und Indien sowie ein Engagement bei der Konzerntochter Skoda und den Volkswagen Pension Trust.

Vertragspartner seien eine Schweizer Firma, ein Finanzdienstleister, ein Handelsunternehmen und ein Mitarbeiter der Commerzbank gewesen, schrieb das Blatt. In dem Vertrag hätten die Beteiligten auch die Verteilung der Gewinne und Verluste geregelt. Demnach sollten Gebauer und Schuster "zwei Drittel der Ergebnisse" erhalten, "ein Drittel" sollte den Geschäftspartnern zukommen.

Ziehe sagte, die Ermittlungen würden voraussichtlich Monate dauern. Ob sich im Zuge der Untersuchungen und Zeugenvernehmungen auch der Kreis der Beschuldigten erweitern werde, sei bisher noch nicht abzusehen. Auf Seiten der Staatsanwaltschaft ist der Leiter der Abteilung Wirtschaftskriminalität und die Sonderdezernentin für Korruptionsdelikte mit der Aufklärung der Vorwürfe befasst.

Nach Ansicht des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer von der FH Gelsenkirchen erhöhen der hohe Kostendruck bei Volkswagen und das VW- Gesetz die Gefahr von Unregelmäßigkeiten im Konzern. Schon vor der aktuellen Krise habe sich abgezeichnet, dass das Sanierungsprogramm des neuen Markenvorstandes Wolfgang Bernhard insbesondere für die Zulieferer harte Zeiten mit sich bringe, erklärte Dudenhöffer. «Im hohen Kostendruck steigt das Risiko, dass sich ein zweiter illegaler Einkaufskanal breit machen könnte.»

Die Spitze der IG Metall Wolfsburg forderte ihre Mitglieder vor dem Hintergrund der VW-Korruptionsaffäre zum Zusammenhalt auf. "Bei aller Enttäuschung und Wut: Wir dürfen uns nicht spalten und dadurch schwächen lassen", heißt es in einem im Internet veröffentlichten Brief. Wer der Gewerkschaft jetzt enttäuscht den Rücken kehre, schade letztendlich nur sich selbst. Sollten sich Verfehlungen einzelner Personen bestätigen, würden die notwendigen Konsequenzen gezogen. In der vergangenen Woche war der langjährige VW-Betriebsratsvorsitzende Klaus Volkert zurückgetreten.

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