VW-Schmiergeldaffäre

Keine Klarheit

In der VW-Korruptionsaffäre gibt es auch mehrere Tage nach ihrem Bekanntwerden keine Klarheit über deren Ausmaß und den Kreis der Beteiligten. Um Licht in das Dunkel zu bringen, forderten Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), die IG Metall und der Betriebsrat eine lückenlose Aufklärung ohne Ansehen der Person.

Angesichts von Medienspekulationen über eine mögliche Verwicklung von VW-Personalvorstand Peter Hartz in die Affäre, hatte Wulff am Sonntagabend (3.9.) in der ZDF-Sendung "Berlin Direkt" gesagt: "Wir haben die Äußerung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats Ferdinand Piëch, wonach kein Aufhebungsvertrag angeboten wird. Das ist richtig. Aber es kann auch für Peter Hartz und für andere keinen Persilschein geben, sondern wir werden jetzt die Dinge aufbereiten".

Piëch hatte auf die Gerüchte, dass Hartz vorzeitig ausscheiden müsse, gesagt, er sehe dazu überhaupt keinen Anlass. Der Aufsichtsrat werde Hartz keinen Aufhebungsvertrag anbieten. Wulff verlangte eine genaue Aufklärung. "Diejenigen, die sich dann etwas vorzuwerfen haben, die müssen dann auch die Konsequenzen ziehen." Darüber hinaus müssten Vorkehrungen getroffen werden, um solche Vorgänge weiter zu erschweren, obwohl man vor kriminellen Machenschaften nie ganz sicher sei. "Aber man muss dann eben hart vorgehen gegen die, die sich was zu Schulden kommen lassen haben."

Auch Bernd Osterloh, der designierte Nachfolger des zurückgetretenen VW-Betriebsratschefs Klaus Volkert, und die IG Metall verlangten eine umfassende und zügige Untersuchung. Die IG Metall forderte Volkert auf, "umgehend zu den Anschuldigungen gegen seine Person Stellung zu beziehen". Die Mitglieder der Gewerkschaft hätten einen Anspruch darauf, dass Volkert an der Aufklärung der Affäre aktiv mitarbeite. Volkert ist seit seinem Rücktritt nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden.

Im Zentrum der Ermittlungen wegen Untreue und Betrug stehen der ehemalige Skoda- Personalchef Helmuth Schuster, der als enger Vertrauter von Hartz gilt, sowie ein weiterer Ex-Mitarbeiter. Schuster soll unter anderem Schmiergelder von Zulieferfirmen verlangt haben. VW hatte Schuster und den anderen Mitarbeiter Mitte Juni fristlos entlassen. Laut "Focus" sollen Schuster und Volkert versucht haben, sich mit verdeckten Geschäften am VW-Konzern zu bereichern.

Am Wochenende gab es neue Spekulationen über die Rolle von Volkert in der Affäre. Nach Medienberichten hat er eine persönliche Beziehung zu einer Brasilianerin unterhalten, die für VW gearbeitet haben soll. Volkert hatte am Donnerstag zu seinem Rücktritt erklärt, dies sei "in Kenntnis der zu erwartenden öffentlichen Diskussion um scheinbare Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit seiner Person" erfolgt. Er habe sich keiner kriminellen Handlung schuldig gemacht.

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