VW-Schmiergeldaffäre

Noch zwei Verdächtige

In der VW-Affäre um Korruption und Sexpartys auf Unternehmenskosten gibt es jetzt weitere Beschuldigte. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig habe nun auch gegen den Geschäftsführer des Fußballvereins VfL Wolfsburg, Bernd Sudholt und gegen den Audi-Betriebsratschef Xaver Meier Ermittlungsverfahren
eröffnet.

Das sagte ein Behördensprecher und bestätigte damit einen Bericht von "Focus Online". Den Namen einer dritten Person wollte die Behörde nicht nennen. Es bestehe ein Anfangsverdacht der Beihilfe zur Untreue. Einzelheiten zu den Inhalten nannte der Sprecher nicht.

Nach dem Bericht von "Focus Online" soll es bei dem dritten Verdächtigen um einen Betriebsrat aus dem VW-Werk Hannover gehen. Der frühere VW-Betriebsratsvize Sudholt und der Audi- und VW-Aufsichtsrat Meier sollen nach dem Bericht an einer Party teilgenommen haben, für die nach Angaben von Ex-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer die Kosten in Höhe von rund 30.000 D-Mark über VW abgerechnet worden sind.

Mit den neuen Verfahren ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt gegen insgesamt neun Personen. Erst in der vergangenen Woche war der Kreis der Beschuldigten um zwei SPD-Politiker erweitert worden.

Zuletzt war der Bundestagsabgeordnete und VW-Betriebsrat Hans-Jürgen Uhl ins Visier der Justiz geraten. Unter anderem die Vernehmung von Gebauer habe Anzeichen dafür ergeben, dass Uhl in die Affäre verstrickt sein könnte, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Zuvor war ein Ermittlungsverfahren gegen den Betriebsratschef bei VW Nutzfahrzeuge in Hannover und Landtagsabgeordneten Günter Lenz eröffnet worden. Uhl und Lenz wiesen die Vorwürfe zurück.

Anfang Oktober war der langjährige Personalvorstand Peter Hartz in den Kreis der Beschuldigten aufgenommen worden. Auch der frühere Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Volkert wird der Beihilfe zur Untreue verdächtigt.

Die Affäre war ins Rollen gekommen, als ein Netz von Tarnfirmen aufgeflogen war, mit deren Hilfe der ehemalige Skoda-Personalchef Helmuth Schuster angeblich Geld auf eigene Konten umgeleitet haben soll, das eigentlich VW zugestanden hätte. An diesen Geschäften soll auch Gebauer beteiligt gewesen sein.

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