VW-Schmiergeldaffäre

Post vom Chef

In der VW-Korruptionsaffäre hat sich Konzernchef Bernd Pischetsrieder am Montag (11.7.) in einem Brief erstmals direkt an die Mitarbeiter gewandt. "Volkswagen befindet sich in diesen Tagen in einer für uns alle schwierigen Situation", heißt es in dem Schreiben.

Die Schlagzeilen über VW hätten "ein unerträgliches Ausmaß" erreicht. Sie beschädigten das Image des Unternehmens, seiner Produkte und der Mitarbeiter.

Pischetsrieder versicherte, "dass wir alles daran setzen, so schnell wie möglich und lückenlos für Aufklärung zu sorgen". "Soweit Verfehlungen aufgedeckt werden und sie Nachteile für das Unternehmen gebracht haben oder strafrechtliche Relevanz besitzen, haben die betroffenen Personen die notwendigen persönlichen Konsequenzen zu ziehen, unabhängig von der Person oder ihrer Position", schreibt der VW-Vorstandsvorsitzende.

Pischetsrieder verwies auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den früheren Skoda-Personalvorstand Helmuth Schuster und dessen früheren Mitarbeiter Klaus-Joachim Gebauer wegen Betrugs und Untreue. Zu Gebauers Aufgaben habe es gehört, "auf Vertrauensbasis Veranstaltungen und Reisen des Betriebsrates zu organisieren". Bei seinen Abrechnungen gebe es "zweifelhafte Positionen, insbesondere selbst ausgestellte Belege, die die Staatsanwaltschaft überprüfen wird".

Der VW-Vorstandschef stellte sich vor die Mitarbeiter des Konzerns. "Ich werde nicht zulassen, dass das Fehlverhalten Einzelner die Loyalität von 340.000 Volkswagen-Beschäftigten in Frage stellt". Der Brief endet mit dem Appell, über den "Schlagzeilen, die schwer zu ertragen sind", das Tagesgeschäft, "für unsere Kunden erstklassige Autos zu bauen", nicht aus dem Auge zu verlieren.

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