VW-Schmiergeldaffäre

Verfahren erst 2007

Foto: VW, dpa

Die Korruptionsaffäre bei Volkswagen wird die Justiz noch lange Zeit beschäftigen. Ein mögliches Strafverfahren gegen den entlassenen VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer sowie Ex-Skoda-Personalchef Helmuth Schuster werde frühestens im kommenden Jahr beginnen.

Dies teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig am Mittwoch (10.8.) mit. Die Behörde ermittelt gegen die Schlüsselfiguren der Affäre wegen Betrugs und Untreue. "Dieses Jahr kommt es bestimmt nicht mehr zu einer Gerichtsverhandlung", sagte Behördensprecher Hans-Jürgen Grasemann. Die Ermittlungen seien zu komplex.

Im Arbeitsgerichtsprozess zwischen Gebauer und VW in Braunschweig hatte der Richter am Dienstag eine mündliche Verhandlung für den 17. November angesetzt, nachdem es bei der Güteverhandlung keine Einigung gab. Der Autobauer hatte dem Personalmanager, der für die Beziehungen zum Betriebsrat zuständig war, Ende Juni fristlos gekündigt. Dagegen klagt Gebauer.

Beim Gütetermin überreichte der VW-Chefjurist, Michael Ganninger, dem Richter einen Schriftsatz, in dem das Unternehmen die angeblichen Verfehlungen Gebauers auflistet. Ganninger zitierte öffentlich aus dem Schreiben und machte damit neue schwere Vorwürfe gegen Gebauer und Schuster bekannt. Sie hätten den Konzern als "Plattform" genutzt, um in die eigene Kasse zu wirtschaften. Dafür hätten die beiden ein Netz von mindestens zehn Firmen in acht Ländern aufgebaut. Auch Schmiergeld in fünfstelliger Höhe sei an Gebauer gezahlt worden. Gebauer wies die Vorwürfe zurück.

Für die Ermittler der Staatsanwaltschaft seien die Anschuldigungen nicht neu, sagte Sprecher Grasemann. VW hatte den Schriftsatz zeitgleich zur Güteverhandlung per Fax an die Anklagebehörde übermittelt. "Das ist eine Zusammenfassung dessen, was uns bisher schon bekannt war", erläuterte Grasemann.

Die Staatsanwaltschaft hat bereits ein Rechtshilfeersuchen an einen anderen Staat fertig gestellt. Als mögliche Adressaten gelten Indien, Tschechien und Angola. Die Behörde bewahrte aber am Mittwoch ihr Schweigen über das Zielland und weitere Einzelheiten zu den Ermittlungen. Grasemann: "Justizbehörden müssen sich bedeckt halten."

Neues Heft
Top Aktuell 11/2018, BMW 330e Plug-in-Hybrid Neuer BMW 3er G20 (2018) Bald auch als Plug-in-Hybrid 330e
Beliebte Artikel VW-Schmiergeldaffäre Gebauer droht VW-Schmiergeldaffäre Ermittlungen wegen Spesenbetrug
Gebrauchtwagen Angebote
Anzeige
Sportwagen Subaru WRX STI Diamond Edition Subaru WRX STI Diamond Edition 354 PS aus Südafrika Speed Buster BMW M5 BMW 5er-Tuning Bis zu 747 PS im M5 sind möglich
Allrad Jeep Gladiator JT Pickup Jeep Wrangler Gladiator (2019) Erste Bilder durchgesickert Toyota Tundra Kalifornien Toyota Tundra im Waldbrand-Einsatz Retten bis das Rücklicht schmilzt
Oldtimer & Youngtimer Mercedes 450 SEL 6.9 W116 (1979) Wiesenthal Mercedes-Sammlung Wiesenthal 450 SEL 6.9 aus Erstbesitz Porsche Carrera GT Werksrestaurierung Porsche Classic Carrera GT 13 Jahre alt, aber jetzt fabrikneu