VW-Schmiergeldaffäre. Weitere Ermittlungen

Foto: VW, dpa

Update ++ In der VW-Korruptionsaffäre hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig die Ermittlungen ausgeweitet. Das gelte sowohl in sachlicher als auch in personeller Hinsicht, sagte ein Behördensprecher am Dienstag (17.8.) in Braunschweig auf Anfrage.

"Jeden Tag wird das Bild vollständiger", sagte er. Zu Einzelheiten und weiteren Namen wollte er sich nicht äußern. Mit den neuen Beschuldigten sei noch kein Kontakt aufgenommen worden. Es werde noch geprüft, "ob an den Anschuldigungen etwas dran ist."

Die Staatsanwaltschaft ermittelt bisher gegen den Ex- Personalvorstand der VW-Tochter Skoda, Helmuth Schuster, und den entlassenen VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer wegen Betrug und Untreue. Sie sind die Schlüsselfiguren in einer Affäre, in der seit Anfang Juli immer neue Details ans Licht kommen. Die Justiz wirft Schuster und Gebauer vor, Gelder mit Hilfe eines internationalen Firmengeflechts auf eigene Konten umgeleitet zu haben. Auch Schmiergeld sei gezahlt worden. In Indien war es am Freitag zu einer ersten Verhaftung gekommen.

In Deutschland gehen die Staatsanwälte ferner auf Antrag von VW auch Vorwürfen nach, dass Betriebsräte mit "Lustreisen" und Besuchen im Rotlichtmilieu begünstigt und damit auf Unternehmenslinie gebracht worden sein sollen.

Es gebe im Zuge der Untersuchungen auch neue Erkenntnisse, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Braunschweig. Aus ermittlungstaktischen Gründen könne er aber keine weiteren Angaben machen. Es komme ein Mosaiksteinchen zum nächsten, so dass sich ein immer deutlicheres Bild ergebe. Man sei "auf der Spur des Geldes" durchaus weiter gekommen.

Das führe auch dazu, dass "der Ermittlungskomplex" sich ausweite und ebenfalls der Personenkreis, in dem die Untersuchungen liefen. Ob sich die neuen Verdachtsmomente aber erhärten ließen, müsse in jedem Einzelfall erst noch geprüft werden. Dabei müssten die Behörden im Wege der Rechtshilfe auch grenzüberschreitend zusammenarbeiten.

VW wirft Schuster und Gebauer vor, sie hätten den Konzern als "Plattform" genutzt, um in die eigene Kasse zu wirtschaften. Dafür hätten die beiden ein Netz von mindestens zehn Firmen in acht Ländern aufgebaut. Gebauer, der vor dem Arbeitsgericht gegen seine fristlose Kündigung klagt, hatte die Vorwürfe gegen ihn zurückgewiesen und erklärt, nur im Auftrag seiner Vorgesetzten gehandelt zu haben. Schuster meldete sich bisher nicht zu Wort.

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