VW steigert Quartalsergebnis

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Neue Modelle und der strikte Sparkurs haben bei Europas größtem Autobauer Volkswagen im ersten Quartal für ein deutlich besseres Ergebnis gesorgt. Gewinn, Umsatz und Auslieferungen verzeichneten zweistellige Steigerungsraten, die allerdings auf den schwachen Werten im ersten Quartal 2005 beruhen.

Hinter den selbst gesetzten mittelfristigen Zielen sei der Autobauer weiter erheblich zurück, teilte VW am Freitag (28.4.) in Wolfsburg mit. "Die Rendite ist nach wie vor weit von unseren Zielen entfernt. Wir müssen weiter hart an der Restrukturierung, insbesondere der Kernmarke Volkswagen, arbeiten", sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch.

Beim Ausblick für das Gesamtjahr blieb Volkswagen vorsichtig. Die Wolfsburger rechnen mit einer leichten Zunahme der weltweiten Auslieferungen. Das operative Ergebnis soll steigen, konkrete Zahlen wurden aber nicht genannt. 2005 hatte der Konzern weltweit 5,24 Millionen Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert, 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Kurz vor der mit Spannung erwarteten Hauptversammlung in der kommenden Woche sieht die Konzernspitze um Vorstandschef Bernd Pischetsrieder in dem Quartalsergebnis auch Rückenwind für das geplante Restrukturierungsprogramm. "Das Ergebnis ist für den Konzern ein weiterer Schritt in die richtige Richtung", sagte Pötsch. Die zweistelligen Zuwächse seien ermutigend, ließen sich aber im Jahresverlauf so nicht fortschreiben. Der Betriebsrat warnte unterdessen vor Arbeitsplatzabbau und mahnte eine schlüssige Strategie der Standort- und Beschäftigungssicherung an.

Die Verkaufszahlen stiegen im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,1 Prozent auf fast 1,4 Millionen Fahrzeuge. Die Umsätze wuchsen um 21,4 Prozent auf 25,3 Milliarden Euro. Das Operative Ergebnis vor Sondereinflüssen legte um 55,1 Prozent auf 726 Millionen Euro zu. An Sonderposten - etwa Aufwendungen für vorzeitigen Ruhestandsregelungen - verbuchte der Konzern eine Belastung von 89 Millionen Euro. Das Nachsteuerergebnis verbesserte sich von 70 Millionen Euro auf 327 Millionen Euro.

Auch Markengruppen im Plus

Auch die kriselnde Markengruppe Volkswagen (mit Bentley, Bugatti und Skoda) wies im ersten Quartal wieder ein positives operatives Ergebnis von 134 Millionen Euro aus, nach einem Verlust von 53 Millionen im Vorjahresquartal. Für den Verkaufserfolg sind nach Angaben von VW vor allem die neuen Modelle von Passat, Jetta und Golf Plus verantwortlich. Erneut positiv habe sich die Markengruppe Audi (mit Lamborghini und Seat) entwickelt. Das operative Ergebnis stieg um fünf Prozent auf 318 Millionen Euro - trotz der unbefriedigenden Ertragslage bei Seat.

Die Sparte Nutzfahrzeuge schaffte die Ertragswende und schrieb mit einem Ergebnis von 36 Millionen Euro nach verlustreichen Jahren wieder schwarze Zahlen. Weiter gut liefen die Finanzdienstleistungen mit einem Ergebnis von 237 Millionen Euro, nach 234 Millionen im Vorjahr.

Mit Blick auf das im Einzelnen noch nicht bekannte Sanierungsprogramm, das im Mittelpunkt der Hauptversammlung in der kommenden Woche stehen dürfte, übte der Betriebsrat deutliche Kritik an der Konzernspitze. Er habe mittlerweile den Eindruck, dem Vorstand gehe es vor allem um Arbeitsplatzabbau, monierte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Bernd Osterloh. Ihm sei unverständlich, warum das Land Niedersachsen nicht auch entsprechende inhaltliche Forderungen mit einer Vertragsverlängerung für den Vorstandsvorsitzenden verbinde. Über die Vertragsverlängerung will der Aufsichrat am Dienstagabend entscheiden.

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