VW sucht Käufer für Ducati

Motorradbauer soll wieder weg

Ducati Foto: Archiv

Erst 2012 hatte Audi für den VW-Konzern den italienischen Motorradbauer Ducati gekauft und damit VW-Patriarch Piëch einen Traum erfüllt. Jetzt soll Ducati wieder aus dem Konzerngefüge verschwinden. Widerstand gibt es aus dem Aufsichtsrat.

Mit dem Motorradbauer Ducati war 2012 das Markenportfolio des VW-Konzerns auf 12 Marken gewachsen. Für 860 Millionen Euro hatte die VW-Tochter Audi den italienischen Motorradbauer gekauft. So recht ins Portfolio des Autokonzerns wollte Ducati aber nie passen.

Audi und seine italienischen Töchter
Neuzugang Ducati im Porträt

Aufsichtsrat schießt quer

Nach dem Ausstieg von Ferdinand Piëch bei VW scheint der Konzern seinen Kurs zu ändern. Wie die Süddeutsche Zeitung Ende April berichtet hatte, habe der VW-Konzern bereits eine Investmentbank damit beauftragt, einen Käufer für das Unternehmen zu finden. Alles sei noch in einer frühen Phase, noch gebe es weder einen potenziellen Käufer noch einen Zeitpunkt für den Verkauf. Als potenzieller Verkaufspreis werden rund 1,5 Milliarden Euro kolportiert. Wie das Manager Magazin seinerzeit berichtete, soll es einen ersten Kaufinteressenten aus Fernost geben, gut eine Milliarde Euro für die italienische Kultmarke offeriert hätte. Die Bieter hätten allerdings noch keinen Einblick in die Ducati-Bücher gehabt. Jetzt regt sich intern Widerstand gegen einen möglichen Verkauf. Wie das Handelsblatt am Montag (31.7.2017) berichtet, findet sich keine Mehrheit für einen Verkauf im Aufsichtsrat. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat wollen keinen Verkauf und auch die Familien Piëchund Porsche sollen nicht davon überzeugt sein.

Viele Interessenten für Ducati

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Das Handelsblatt hatte Mitte Juni berichtet, dass es mittlerweile rund ein halbes Dutzend potenzielle Käufer geben soll. Neben Harley-Davidson sollen auch der indische Bajaj-Konzern sowie die Finanzinvestoren KKR, Bain Capital, Permira und Investindustrial an der italienischen Kultmarke interessiert sein. Bajaj ist bereits mit 48 Prozent am österreichisches Motorradbauer KTM beteiligt. Harley-Davidson hatte es 2008 bereits mit der einem italienischen Motorradbauer versucht und MV Agusta/Cagiva gekauft. Die italienischen Sportmotorräder sollten die Harley-Kultmodelle ergänzen.

Bereits 2010 haben sich die Amerikaner dann aber wieder von MV Agusta getrennt, weil sie selbst finanziell in Bedrängis geraten waren. 2014 ist dann Daimler mit 25 Prozent bei MV Agusta eingestiegen.Wie das Handelsblatt weiter berichtet, soll es erste vorläufige Gebote im Juli zu erwarten. Harley-Davidson habe die Investmentbank Goldman Sachs eingeschaltet. Volkswagen habe keine Eile mit dem Verkauf, hieß es in Konzernkreisen. Vor der Motorradmesse EICMA im November in Mailand werde es wahrscheinlich keinen Abschluss geben. „Uns liegt daran, dass Ducati in gute Hände kommt“, sagte die mit den Plänen vertraute Person.

Die Nachrichtenagentur Reuters will noch von weiteren Kaufinteressenten wissen. Angeblich sei auch die italienische Benetton-Familie am Motorradbauer interessiert. Ebenso der indische Autobauer Eicher, der schon die Kontrolle über Royal Enfield besitzt, eine der ältesten Motorradmarken der Welt. Aber auch Polaris Industries, die unter anderem die Marke Indian anbietet und erst Anfang des Jahres den Motorradbauer Victory wieder eingestampft hat, soll an Ducati interessiert sein.

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Ducati hatte im Jahr 2016 Jahr 55.451 Motorräder gebaut, einen Umsatz von 731 Millionen Euro und einen Gewinn von 51 Millionen Euro erzielt. Die Umsatzrendite lag bei 7,0 %. Ducati beschäftigt heute weltweit 1.558 Mitarbeiter. Das Vertriebsnetzwerk des in Bologna beheimateten Motorradherstellers umfasst 780 Händler in 90 Ländern.

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