VW-Tarifkonflikt

Kein Durchbruch in Sicht - Warnstreiks

Update ++ Ausweitung der Warnstreiks ++ Im Tarifkonflikt bei Volkswagen hat sich trotz Annäherung in einzelnen Punkten am Dienstag (2.11.) noch kein Durchbruch abgezeichnet. Die IG Metall weitete ihre Warnstreiks erneut aus, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Erstmals in der laufenden Tarifrunde gab es auch im Stammwerk Wolfsburg befristete Arbeitsniederlegungen. Daran beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben rund 45.000 Beschäftigte

VW-Betriebsratschef Klaus Volkert drohte mit einer Eskalation des Konflikts: "Entweder wir finden in den nächsten Stunden in den Verhandlungen einen vernünftigen Kompromiss, oder wir werden bei Volkswagen einen Konflikt erleben, wie ihn die Geschichte dieses Unternehmens bisher noch nicht gekannt hat."

Kein Ende der Verhandlungen in Sicht

Bei der Fortsetzung der in der Nacht zum Dienstag vertagten Verhandlungen gab es zwar Bewegung, mit einer schnellen Einigung ist aber offensichtlich nicht zu rechnen. "Wir sehen bei einzelnen Feldern, dass wir uns annähern, wir liegen in anderen Feldern noch weit auseinander", sagte IG Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine in Hannover. Konkrete Einzelheiten nannte er nicht. "Wann wir fertig werden, ist noch nicht absehbar."

Meine betonte aber "die gemeinsame Zielsetzung, zu einem guten Ergebnis zu kommen". VW-Unterhändler Josef-Fidelis Senn sprach von schwierigen Verhandlungen und einem komplizierten Programm.

IG Metall will Lösung am Verhandlungstisch

Bei dem Warnstreik im VW-Stammwerk Wolfsburg zogen tausende Beschäftigte zu einer Kundgebung vor das Verwaltungsgebäude, in dem auch die VW-Führung sitzt. Betriebsratschef Volkert sagte, die Gewerkschaft lasse sich bei den Tarifverhandlungen nicht zu "Befehlsempfängern" machen. Der Wolfsburger IG-Metall-Chef Wolfgang Schulz sagte: "Wir werden verhandeln und wenn wir noch drei Tage verhandeln. Wir wollen eine Lösung am Verhandlungstisch."

Vor der Wiederaufnahme der Gespräche bei dem Autobauer hatten sich am Morgen bereits im VW-Werk Hannover rund 6.000 Beschäftigte an einem befristeten Warnstreik beteiligt.

Die Tarifverhandlungen für die rund 103.000 Beschäftigten der sechs westdeutschen Volkswagen-Werke waren am späten Montagabend nach gut neun Stunden unterbrochen worden. Für die ostdeutschen VW-Werke gilt ein eigener Tarifvertrag.

Die Hoffnungen auf einen Durchbruch hätten sich nicht erfüllt, sagte die Gewerkschaftsseite. Die Verhandlungen seien "sehr schwierig", aber "nicht hoffnungslos". Es bestehe immer noch die Aussicht, zu einer Verhandlungslösung zu kommen, unterstrichen beide Seiten.

Die IG Metall will vor allem eine per Tarifvertrag geregelte und konkret an die Produktionsplanung gekoppelte Absicherung der Arbeitsplätze in den westdeutschen VW-Werken durchsetzen. Außerdem verlangt die Gewerkschaft zwei Prozent mehr Lohn. Ursprünglich hatte sie vier Prozent mehr Geld gefordert.

Volkswagen will die Arbeitskosten bis 2011 um rund zwei Milliarden Euro oder 30 Prozent senken, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten. Kurzfristig will das Unternehmen die Einsparung von einer Milliarde Euro durchsetzen. Zudem soll es bei den Löhnen eine mindestens zweijährige Nullrunde geben.

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