VW-Tarifstreit

Proteste als Vorstufe zum Streik

Rund 7.000 VW-Beschäftigte haben am Dienstag (26.10.) auf Kundgebungen gegen den Kurs des Unternehmens im festgefahrenen Tarifkonflikt protestiert.

In Salzgitter nahmen rund 3.500 Beschäftigte an einer einstündigen Demonstration vor dem VW-Werk teil, in Emden waren es ebenfalls rund 3.500 Mitarbeiter.

In Wolfsburg kritisierten Gewerkschafter vom Mittellandkanal aus die VW-Tarifpolitik. Auf einem Ausflugsdampfer fuhren sie vor dem VW-Stammwerk auf und ab und machten mit lauten, monotonen Paukenschlägen auf die Lage bei VW aufmerksam. Auf Transparenten war etwa zu lesen: "Wir kämpfen für Arbeitsplätze in Deutschland". Von VW gab es keine Stellungnahme zu den Aktionen.

IG Metall: Keine Warnstreiks, nur Protestkundgebung

Es habe sich nicht um Warnstreiks, sondern um Protestkundgebungen gehandelt, betonte ein IG Metall-Sprecher. Die fünfte Tarifrunde bei VW ist am Donnerstag (28.10.). An diesem Tag läuft auch die Friedenspflicht ab. Sollte es nicht zu einer Einigung kommen, hat die IG Metall für Anfang November Warnstreiks bei Volkswagen angekündigt.

Die vierte Verhandlungsrunde für die rund 103.000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen Werken hatte am vergangenen Donnerstag eine Verschärfung des Tarifkonflikts gebracht. Die IG Metall hatte ein Kompromiss-Paket vorgelegt, in dem die Gewerkschaft unter anderem ihre Lohnforderung auf rund zwei Prozent halbiert. VW lehnte das Paket ab. Es würde Mehrbelastungen in dreistelliger Millionenhöhe bedeuten, hieß es. VW müsse die Kosten aber drastisch senken.

VW will die Arbeitskosten bis 2011 um rund zwei Milliarden Euro oder 30 Prozent senken. Das Unternehmen sieht zudem keinen Spielraum für Einkommenserhöhungen und verlangt eine zweijährige Nullrunde.

Der stellvertretende VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte am Dienstag in Wolfsburg, Volkswagen sei der "Pulsschlag" der Region und von ganz Niedersachsen. "Bekommt Volkswagen einen Herzinfarkt, stirbt diese Region", sagte Osterloh. "Diese Stadt lebt mit und von Volkswagen. Ob Handwerker, Bäcker, Schuster oder Buchhändler - wenn wir nichts mehr verdienen, können sie ihre Läden dicht machen."

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