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US-VW-Chef für höhere Benzinsteuern

Stefan Jacoby Foto: VW

Der US-Chef von Volkswagen hält höhere Benzinsteuern für die Vereinigten Staaten für sinnvoll.

"Wir hätten in den USA jetzt den besten Zeitpunkt, Steuern auf Benzin einzuführen beziehungsweise zu erhöhen", sagt Stefan Jacoby. Das könne "ein guter Bestandteil des sogenannten "Stimulus-Package" des neuen Präsidenten Barack Obama sein. Denn dann würden endlich spritsparende, umweltfreundliche, kompaktere Modelle gefördert. Auch für den Diesel könnte das ein Anreiz werden", so Jacoby.

Kritik an Elektro-Euphorie

Plänen für eine US-Abwrackprämie steht Jacoby mit Vorsicht gegenüber: "Wir müssen aufpassen, dass Hersteller nicht diskriminiert werden, wenn auch in den USA eine Abwrackprämie eingeführt wird, indem beispielsweise eine Preisobergrenze eingeführt wird. Solche Themen diskutieren wir gerade im Auto-Allianz-Zusammenschluß, in dem ich gerade die Präsidentschaft übernommen habe", so Jacoby.

In diesem Zusammenhang kritisiert Jacoby die aktuelle Euphorie für Elektrofahrzeuge: "Die gesamte Industrie ist noch weit davon entfernt, reine Elektroautos marktfähig zu machen. Dazu stehen noch große technische Probleme im Weg und damit auch hohe Kosten. Zudem ist die Elektrizitäts-Infrastruktur in den Staaten zu fragil, um ein Aufladen von Millionen Elektrofahrzeugen zu erlauben." Deswegen setze VW auf technische Zwischenlösungen - vom Hybrid über Bio-Fuel bis hin zu kleineren Hubräumen bei konventionellen Verbrennungsmotoren.

"Zudem haben wir es im Gegensatz zur Konkurrenz nicht verpasst, rechtzeitig an Spritspar-Techniken wie Leichtbau, Doppelkupplungsgetriebe, Direkteinspritzung und Start-Stop-Systemen zu arbeiten", wirbt Jacoby.

Investitionen von einer Milliarde Dollar

Der Einbruch des US-Fahrzeugmarktes und die Sparbemühungen des Konzerns haben laut Jacoby keine Auswirkungen auf die US-Strategie: "Wir halten an unseren Investitionen von einer Milliarde Dollar für unsere US-Strategie fest. Wir rütteln also weder an unseren Produktionsplänen, noch an jenen für unsere spezifischen US-Produkte."

Ob VW die Polo-Familie und einen großen SUV oberhalb des Touareg auf den US-Markt bringt, sei nach wie vor in der Prüfung. "Der Produktionsstart in unserem Werk Chattanooga wird jedenfalls 2011 sein."

Entscheidung über zusätzliches Werk

Ob VW ein zusätzliches Komponentenwerk aufbaue, sei indes immer noch nicht endgültig entschieden. Jacoby: „Wir brauchen aber definitiv eine starke Tiefenlokalisierung und greifen dabei auch gerne auf die US-amerikanische Zuliefererindustrie zurück." Audi werde zur Jahresmitte entscheiden, ob eine Produktion im VW-Werk Chattanooga sinnvoll ist. "Audi hat hier als Premiummarke aber keinen so großen Zugzwang wie VW, die lokale Produktion zu starten."

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