VW-Vorstand

Streik vermeiden

Wenige Tage vor Beginn der Haustarifrunde bei Volkswagen kommt Bewegung in die verhärteten Fronten. Um einen Streik zu verhindern, will VW-Personalvorstand Peter Hartz sein Tarifmodell "5000 mal 5000" aufleben lassen.

Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Demnach könnte ein neues Fahrzeug im Wolfsburger Stammwerk nach dem Entlohnungsprinzip gebaut werden, das bisher schon beim Minivan Touran erfolgreich angewendet wird.

Um den Bau des neuen so genannten A-SUV - ein Geländewagen auf Golf-Plattform - konkurrieren zwei ausländische VW-Werke. Würde das Auto zu den Bedingungen des westdeutschen Haustarifvertrags gebaut werden, hätte Wolfsburg bei den Personalkosten einen Lohnkostennachteil von 1.400 Euro je Fahrzeug, rechnet Hartz vor.

Im "5000 mal 5000"-Tarif werden die Beschäftigten nicht nach Arbeitszeit, sondern flexibel nach der vorgegeben Produktionsmenge bezahlt. Das ist günstiger für VW. Hartz will die Personalkosten bis 2011 um 30 Prozent verringern und hat im Vorfeld für die am kommenden Mittwoch beginnenden Tarifverhandlungen eine Nullrunde gefordert. Konzernbetriebsrat Klaus Volkert und die IG Metall verlangen für die rund 103.000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen Werken Einkommenserhöhungen von vier Prozent und eine zehnjährige Arbeitsplatzgarantie.

IG-Metall bleibt hart

IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer der Gewerkschaft Hartmut Meine, lehnt die Übertragung des Tarifmodells "5000 mal 5000" auf alle Arbeitnehmer bei VW ab. "Wir werden einen Teufel tun. Auto 5000 ist ein Alternativmodell zur Einstellung von Arbeitslosen und liegt deshalb niedriger als der Haustarif, der wiederum eine gewerkschaftspolitische Errungenschaft aus mehreren Jahrzehnten darstellt", sagte Meine in einem Interview des "Tagesspiegels".

Meine lehnte auch eine Arbeitszeitverlängerung in Wolfsburg ohne eine höhere Bezahlung ab. "Verlängerte Arbeitszeit ohne Bezahlung werden wir nicht machen. Wir fordern eine Arbeitsplatzgarantie für unsere Beschäftigten mit Zusagen für Produktentscheidungen und Investitionen in den Werken", sagte Meine.

Er warnte zudem davor, die Lohnkosten überzubewerten. "Wir haben einen Lohnkostenanteil an den gesamten Kosten von gerade mal 17 Prozent. Trotzdem redet alle Welt davon, die kleinen Leute sollten eine Nullrunde fahren. Wenn man sich andere Dinge anschaut, die einen größeren Anteil an den Gesamtkosten haben, sind Einsparungen viel eher erreichbar", sagte der IG Metall-Bezirksleiter. Er rechne mit einer harten Verhandlungsrunde.

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