VW

Warnstreiks angekündigt

Vor der dritten Tarifrunde bei Volkswagen hat die IG Metall ihren Widerstand gegen den massiven Sparkurs der Konzernführung verstärkt. Rund 7.500 VW-Beschäftigte beteiligten sich am Montag (11.10.) an Protestaktionen.

Die Tarifverhandlungen für die rund 103.000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen VW-Werken werden an diesem Dienstag in Hannover fortgesetzt. Mit einem Durchbruch wird nicht gerechnet.

Am Montag legten in Emden rund 3.500 Arbeiter vorübergehend die Arbeit nieder. Im VW-Werk Kassel nahmen 4.000 der knapp 15.000 Beschäftigten an Informationsveranstaltungen teil, am Abend wollten sich rund 1.500 Arbeiter in Salzgitter an Aktionen beteiligen. Mehr als 1.500 VW-Auszubildende wollen am Dienstag am Rande der Verhandlungen protestieren.

Warnstreiks angekündigt

Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Hartmut Meine, kündigte Warnstreiks an, falls es bis zum Ende der Friedenspflicht am 28. Oktober nicht zu einer Einigung komme. Die IG Metall verlangt neben Arbeitsplatzgarantien, die mit konkreten Produktionsentscheidungen abgesichert werden sollen, vier Prozent mehr Geld. Der Autobauer Volkswagen will die Arbeitskosten bis 2011 um rund zwei Milliarden Euro oder 30 Prozent senken und angesichts der schwierigen Lage des Unternehmens eine zweijährige Nullrunde bei den Löhnen und Gehältern durchsetzen.

Meine sagte, der Vorstand des Konzerns müsse bei dritten Runde klar signalisieren, dass das Angebot zur langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze in den westdeutschen Werken keine Sprechblase sei. "Die Belegschaft will Klartext hören", sagte Meine. Er erklärte, es sei nicht unwahrscheinlich, dass sich der Tarifstreit bis in den November hinziehen werde.

Der Gewerkschafter betonte, Garantien für Jobs und Standorte seien aus seiner Sicht wichtiger als die Forderung nach vier Prozent mehr Einkommen. "Jeder Realist weiß, dass die IG Metall sich mit ihrer Forderung nach vier Prozent mehr Lohn nicht vollständig durchsetzen kann, genauso wenig wie VW Nullrunden durchsetzen kann."

Unvereinbare Positionen

Die VW-Beschäftigten verdienen nach Konzernangaben derzeit durchschnittlich etwa 20 Prozent mehr als ihre Kollegen in der westdeutschen Metallindustrie. An diesem Punkt will der Konzern ansetzen, um die Arbeitskosten bis 2011 von 6,8 auf 4,8 Milliarden Euro zu reduzieren. VW leidet unter schwachem Absatz und im internationalen Branchenvergleich zu hohen Kosten.

Der VW-Vorstand hatte in den bisherigen zwei Verhandlungsrunden angedeutet, dass mit dem Verlust von zehntausenden Arbeitsplätzen gerechnet werden müsse, falls die IG Metall auf ihren Forderungen beharre.

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