VW-Werk Kassel kämpft

Foto: ams

Das Volkswagen-Werk Kassel will mit massiven Produktivitätssteigerungen den Großteil der 14.500 Arbeitsplätze erhalten. Binnen zwei Jahren solle die Produktivität in Baunatal um 30 Prozent erhöht werden, sagte Werksleiter Hans-Helmut Becker am Freitag (24.3.).

Im Kerngeschäft der Getriebefertigung sollen zudem knapp 200 neue Jobs geschaffen werden, die mögliche Einschnitte in anderen Bereichen weitgehend ausgleichen könnten. Europas größter Autokonzern will die Ertragsprobleme seiner Kernmarke VW mit einem verschärften Sparkurs in den Griff bekommen. Davon könnten in den nächsten drei Jahren bis zu 20.000 Beschäftigte in der Volkswagen Pkw-Sparte betroffen sein.

"Wir müssen die Produktivität dramatisch steigern, und das ist möglich", sagte Becker. Ein enormes Einsparpotenzial gebe es bei der Gestaltung der Arbeitsabläufe, wo bisher viel Arbeitszeit verschwendet worden sei. Derzeit könne das Werk die große Nachfrage nach Getrieben kaum bewältigen und arbeite an der Kapazitätsgrenze. Bei höherer Effizienz könne das Werk mehr produzieren und zusätzliche Arbeit schaffen, sagte Becker. Die Produktion eines Getriebetyps soll von 1.200 auf 1.750 Stück täglich steigen, von einem anderen Getriebe sollen statt 1.000 künftig 1.500 vom Band rollen.

Ziel sei Teamarbeit, bei der sich alle Beschäftigten ständig um eine Optimierung des eigenen Arbeitsplatzes bemühten. Bei ähnlichen Projekten habe VW in der Vergangenheit Fehler gemacht, räumte der Werksleiter ein. Neue Ideen seien zwar begonnen, aber nicht bis zum Ende umgesetzt worden. "Wir sehen die Verschwendung noch nicht so, wie wir sie sehen müssten." Mit seinem Konzept zur Produktivitätssteigerung will Becker möglichen Entscheidungen der Konzernzentrale in Wolfsburg vorgreifen und die Zukunftsfähigkeit des Werkes möglichst schnell verbessern.

Noch sei kein einziger Fertigungsbereich in dem nordhessischen VW-Werk abgeschrieben, sagte Becker. Zum Erhalt des Abgasanlagenbaus, der in seiner derzeitigen Form nicht wettbewerbsfähig sei, würden gerade neue Konzepte erarbeitet. Von Wolfsburg nach Baunatal solle der Bau von Versuchsgetrieben mit 70 Beschäftigten verlagert werden.

Schwerpunkte des umfassenden VW-Restrukturierungsprogramms sollen unter anderem wettbewerbsfähigere Arbeitskosten, eine Kapazitätsanpassung und eine Neuordnung der Komponentenfertigung wie in Baunatal sein. In dem Werk werden vor allem Getriebe, Abgasanlagen und Karosserieteile gefertigt.

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