VW

Winterkorn übernimmt

Foto: Audi

Der bisherige Audi-Chef Martin Winterkorn hat mit Beginn des neuen Jahres bei Europas größtem Autobauer Volkswagen in Wolfsburg den Chefsessel übernommen. Der 59-jährige löst Bernd Pischetsrieder ab, der von dem mächtigen Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch aus dem Amt gedrängt worden war.

Winterkorn will dem Vernehmen nach bereits in der kommenden Woche seine künftige Strategie und Personalentscheidungen dem Aufsichtsrat vorstellen. Am 10. Januar tagt zunächst das Präsidium des Aufsichtsrates.

Ein VW-Sprecher bestätigte, dass Winterkorn den Vorstandsvorsitz übernommen habe und sich nun auf seinen ersten offiziellen Auftritt in der neuen Funktion bei der Automesse in Detroit am Wochenende vorbereite. Zu den zukünftigen Aufgaben von Pischetsrieder äußerte er sich nicht. Nach gut viereinhalb Jahren an der Konzernspitze will der 58-jährige dem Unternehmen auch weiterhin verbunden bleiben.

Gravierende Änderungen erwartet

Nach dem Führungswechsel werden in Wolfsburg gravierende Änderungen erwartet. Nach Informationen aus Konzernkreisen will Winterkorn die Führungsstruktur bei VW grundlegend umbauen. Künftig soll es eine Premiumgruppe mit Audi, Bentley, Bugatti und Lamborghini geben sowie eine Gruppe für das Massengeschäft mit Volkswagen, Seat und Skoda. Bislang teilt sich das Pkw-Geschäft in die Markengruppen Volkswagen mit Skoda, Bugatti und Bentley sowie Audi mit Seat und Lamborghini.

Die Strukturen sollen künftig zudem wieder zentralisiert und im Konzernvorstand ein eigenständiges Entwicklungsressort angesiedelt werden, hieß es. Ferner werde Winterkorn auch eine Reihe von engen Mitarbeitern aus Ingolstadt mit nach Wolfsburg bringen. Dazu dürfte unter anderem Audi-Designchef Walter de Silva gehören. Lange spekuliert wurde in diesem Zusammenhang über die Frage nach der Zukunft von VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard, dessen bisheriger Machtbereich mit der geplanten Konzentration sich verringern dürfte.

Was macht Bernhard?

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" soll Bernhard in den vergangenen Wochen versucht haben, die Mitglieder des VW-Aufsichtsrats von der Beibehaltung der derzeitigen Aufgabenteilung im Konzernvorstand zu überzeugen. Er habe sich damit aber nicht durchsetzen können. Die ihm angebotene Position eines konzernweiten Produktionsvorstands habe Bernhard mit Verweis auf seinen noch bis 2010 laufenden Vertrag als VW-Markenvorstand abgelehnt.

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