VW

Wulff stützt Piëch

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Nach dem Paukenschlag im VW-Aufsichtsrat sind wichtige Akteure im Machtkampf zwischen Porsche und VW offenbar um Deeskalation bemüht. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) trat in einer aktuellen Stunde im Landtag für Versöhnung ein.

Das Land hält bei VW einen Anteil von gut 20 Prozent. Wulff sprach sich gegen eine mögliche Entmachtung von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch aus. Alle wichtigen Persönlichkeiten wie Porsche-Oberaufseher Wolfgang Porsche, Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Ferdinand Piëch sollten „an Bord bleiben“.
Wiedeking für rasche Lösung im Konflikt

Wiedeking sagte anlässlich der Erhöhung der Porsche-Beteiligung bei VW auf über 35 Prozent: „Wir freuen uns auf die Fortsetzung und Vertiefung der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Volkswagen-Vorstand und hoffen auf eine rasche Lösung im Konflikt zwischen den Arbeitnehmervertretungen von Porsche und VW.“

Mit dem Sprung über 35 Prozent der Stimmrechte erreicht Porsche die faktische Mehrheit in dem Wolfsburger Konzern, da die Präsenz auf der Hauptversammlung gewöhnlich deutlich unter 100 Prozent liegt. Allerdings hat das Land Niedersachsen aufgrund des VW-Gesetzes und der Satzung mit seinem Anteil von gut 20 Prozent weiterhin eine Sperrminorität.

Piëch hatte auf der VW-Aufsichtsratssitzung am vergangenen Freitag mit einer Stimmenthaltung einen Antrag der VW-Arbeitnehmerseite passieren lassen, wonach Geschäfte zwischen Porsche und der Volkswagen-Tochter Audi nur mit Zustimmung des Wolfsburger Aufsichtsrates geschlossen werden dürfen. Damit fiel er dem Porsche-Konzern, bei dem er selbst Miteigentümer ist, in den Rücken. Porsche erhofft sich Synergieeffekte bei der Übernahme vor allem bei der Kooperation mit der VW-Tochter Audi. Spekuliert wird seit dem Wochenende, dass die Porsche-Eigentümer-Familien Porsche und Piëch nun nach einer Mehrheit für eine Ablösung von Piëch an der VW-Spitze suchen.
Audi soll nicht zum Spielball werden

In Audi-Kreisen hieß es am Dienstag, Piëch habe mit seiner umstrittenen Stimmenthaltung vor allem die Marke Audi schützen und verhindern wollen, dass sie zum Spielball werde. Piëch war selber lange Zeit Audi-Chef. Wäre der Antrag der Arbeitnehmer verhindert worden, hätte das möglicherweise große Auswirkungen auf das Modellportfolio von Audi gehabt. „Faktisch würde dann der R 8 keinen Nachfolger bekommen“ sagte ein Audi-Insider. Der Supersportwagen R8 von Audi gilt als Konkurrent des Porsche 911. Außerdem versuche Porsche mit juristischen Mitteln zu verhindern, dass Audi das Kürzel RS für seinen besonders sportlichen Modelle benutze. Dies blockiere Projekte, „die Entwickler sind in Aufruhr“, hieß es. Porsche wie Audi fügen bei manchen Modellen das Kürzel RS an. Dieses sei für die Positionierung der Marke im sportlichen Bereich sehr wichtig, hieß es bei Audi.

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