Weitere Spekulationen um VW-Pläne

Foto: ams

VW hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach Personalvorstand Horst Neumann die Zahl von 10.000 zusätzlich bedrohten Arbeitsplätzen bei dem Autokonzern genannt habe. "Eine solche Aussage habe ich nicht gemacht", ließ Neumann am Samstag (16.6.) durch einen Sprecher mitteilen.

Die vom "Spiegel" genannte Zahl wollte der Sprecher allerdings nicht kommentieren. Das Nachrichtenmagazin schreibt in seiner neuen Ausgabe, Neumann habe im Gespräch mit Arbeitnehmervertretern gesagt, dass mehr als 10.000 weitere Jobs gefährdet seien. Bisher hatte es geheißen, von der Sanierung der Kernmarke Volkswagen könnten bis zu 20.000 Arbeitsplätze betroffen sein. Von Arbeitnehmerseite war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

"Die Lage bei VW ist ernst, aber es besteht kein Grund zur Panik und schon gar nicht zur Panikmache", ließ Neumann mitteilen. Der "Spiegel" schreibt weiter, bei den derzeitigen Arbeitskosten könne der nächste Golf nicht mehr rentabel in Wolfsburg gefertigt werden. Dort könne dann nur noch ein geringerer Teil der Golf-Produktion verbleiben. Der Wolfsburger Autokonzern müsse zusätzlich in die Werke Brüssel und Mosel investieren, um dort mehr Fahrzeuge herzustellen. Der Vorstand habe wegen der hohen Kosten bereits entschieden, dass der geplante neue Scirocco nicht in Wolfsburg, sondern in Portugal gebaut werde.

VW-Pläne zur Produktion von Fox und Polo in Europa

Das Branchenblatt "Automobilwoche" veröffentlicht zugleich einen ausführlichen Bericht zu Plänen von VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard, der die ertragsschwache Kernmarke wieder auf Vordermann bringen soll. Dazu gehörten Überlegungen, den Kleinwagen Fox in Europa zu bauen sowie den nächsten Polo, der 2008 auf den Markt kommt, 2.000 Euro pro Auto billiger zu produzieren. Von VW hieß es am Samstag zu dem Bericht, man äußere sich nicht zu Spekulationen über die künftige Modellpalette.

Derzeit ist der Verkauf des Fox in Europa auf Grund des stark gestiegenen brasilianischen Real ein Zuschussgeschäft. Das Währungsgefälle könnte VW durch eine teilweise Verlagerung in den Euro-Raum ausgleichen. In der engeren Auswahl für eine Fox-Montage seien das Seat-Werk im spanischen Martorell sowie die VW-Fabrik im slowakischen Bratislava, schreibt die "Automobilwoche". Wegen des hohen Investitionsbedarfs für eine Verlagerung habe VW-Chef Bernd Pischetsrieder die Fox-Pläne aber zunächst zurückgestellt. Die brasilianische VW-Tochter hatte Anfang Mai den Abbau von rund 5.800 der insgesamt 22.000 Stellen bis 2008 angekündigt. Als Hauptgrund wurde der Real-Kurs genannt.

Steigerung des Polo-Absatzes durch Preissenkung

Zugleich wolle Bernhard den Absatz der nächsten Version des Polo durch eine kräftige Preissenkung ankurbeln, heißt es in der "Automobilwoche" weiter. Einen großen Teil der vor allem über optimierte Fertigungsabläufe zu erzielenden Einsparungen wolle VW an die Käufer weiterreichen. Neue Zielgruppen wolle Bernhard zugleich über ein sportlicheres Design des Modells erschließen. Die kostspielige Motoren-Vielfalt wolle Bernhard deutlich einschränken.

Für die Wachstumsmärkte etwa in Asien plane Volkswagen ein neues Produkt- und Fertigungskonzept betont preisgünstiger Automobile. Damit wolle Bernhard VW für Preisattacken und den absehbaren Verdrängungswettbewerb insbesondere durch asiatische Konkurrenten rüsten. Kernstück der Pläne sei ein neu zu entwickelnder "Modulbaukasten", mit dem VW auf Basis technisch einheitlicher Komponenten ein Billigauto an länderspezifische Erfordernisse anpassen kann.

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