Frank Goosen
Ira Schwindt

Was fährt Frank Goosen?

"Ich mag den Komfort und die Sicherheit"

Gerade hat der Bestsellerautor („Liegen lernen“, „So viel Zeit“) „Förster, mein Förster“ geschrieben – ein Roadmovie. Zeit für ein paar Gedanken zur Romantik des Asphalts.

In Ihren Büchern fahren viele Autos herum, Cadillac, Ford Granada oder jetzt in "Förster, mein Förster" ein VW Bulli. Warum diese Modelle?

Goosen: Ich überlege mir genau, was passt, so wie ich mir Gedanken mache, welche Klamotten die Figuren tragen. Der Bulli ist dieses fast schon klassische Aussteigerklischee. Wobei ich mich nicht so sehr mit Autos auskenne. Mir ist wichtiger, wie ich mein iPhone anschließen kann, um Musik zu hören.

Dabei hat es doch an frühen Prägungen nicht gefehlt, immerhin hatten Ihre Eltern einen Kadett mit mattschwarz lackierter Motorhaube, oder?

Goosen: Ich erinnere mich vor allem an den Kadett meines Opas. Ich bin damals oft mit meinen Großeltern in den Urlaub gefahren und wurde dabei immer von Bochum bis Bregenz von Lord Extra eingenebelt. Das hat meine Beziehung zu Autos nicht gerade erotisiert.

Das hat sich doch sicher geändert – mit 18 und dem Führerschein.

Goosen: Doch, doch, und da hatte ich das Glück, von meinen beiden Omas ein funktionstüchtiges Auto zu bekommen: Ford Taunus, Baujahr 1971, vier Türen, runde Lampen, Liegesitze.

Hatte das auch romantische Vorteile?

Goosen: Na, man hat es versucht. Aber viele der schönen Mädchen sind lieber mit anderen zu Fuß heimgegangen, als mit mir zu fahren.

Was kam denn nach dem Taunus?

Goosen: Ich hatte einen Datsun und einen Kadett, und eine Zeitlang musste ich mir den Renault 5 meiner Ex-Freundin leihen. Das war immer etwas erniedrigend. Einmal hatte ich ihn, um mich mit einer potenziell neuen Freundin in Dortmund zu treffen, bin dann aber in eine Geschwindigkeitskontrolle gekommen und sehr viel zu spät beim Date gewesen. Aus der Sache wurde dann nichts. Heute fahre ich eine E-Klasse T-Modell. Ich mag den Komfort und die Sicherheit – man erstickt ja bei einem Unfall eher an den vielen Airbags, als sich sonst was zu tun. Aber sonst sind mir Autos nicht so ungeheuer wichtig.

Ist die Straße wichtiger als das Auto?

Goosen: Na ja, Natur hat doch immer etwas Trennendes. Was bringt die Menschen zusammen? Asphalt. Das weiß jeder, der im Ruhrgebiet wohnt. Wir haben hier eine Menge Asphalt. Die Autobahn wird fast kultisch verehrt – weil man sehr viel Zeit darauf verbringen kann. Aber was wäre die ganze Straße ohne Auto?

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