Wiedeking

"VW eine Goldmine"

Foto: dpa

In einer Diskussionsrunde mit Journalisten bezeichnete Porsche-Chef Wendelin Wiedeking VW als eine "Goldmine" und gab gleich noch ein paar Arbeitsanweisungen mit auf den Weg, wie man den zu unwirtschaftlich operierenden Autoriesen auf Vordermann bringt.

Wiedeking äußerte sich in der Runde so ausführlich zum Thema des anstehenden Umbaus der VW Strukturen, dass einge Journalisten schon zweifelten, ob nun Martin Winterkorn der neue Konzernchef ist oder nicht doch Wendelin Wiedeking.

Der plauderte jedenfalls bekannt offensiv, sagte, dass Porsche angesichts des 27,4 Prozent-Anteils bei Porsche "mindestens" noch einen weiteren Sitz im VW-Aufsichtsrat beanspruche und dass es zum Heben der brach liegenden Goldmine VW tiefgreifende stragtegische Änderungen brauche.

Konkret sprach Wiedeking eine aggressivere Preispolitik am US-Markt und das Thema China-Produktion an. Im Wall Street Journal wird Wiedeking, den viele Experten als den entscheidenden Kopf hinter der VW-Neustrukturierung sehen, mit den Worten zitiert: "Wieso sollten die VW-Werke in China nicht Produkte für Märkte außerhalb von China bauen". Zu seiner Rolle bei VW äußerte sich der gefeierte Automanager auch nicht eben bescheiden: "Sie können mir glauben, dass ich weiß, wie man Geld macht und ich werde Druck machen, dass VW Geld macht."

Spätestens nach dem, so Ohrenzeugen, in bester Laune vorgertragenen Parforce-Ritt durch die Befindlichkeiten von VW, scheint nun klar, was vorher schon vermutet werden konnte: Dass Wiedeking auch ohne Ambitionen auf den Konzernvorsitz eine dominante Rolle bei VW einnehmen wird. Für den frisch gebackenen Konzernchef Martin Winterkorn werde der Job jedenfalls eine ganz harte Nuss, wenn Wiedeking links und Ferdinand Piech rechts über die Schulter schaue.

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