Verwirrung wegen WLTP, Euro 6d-Temp und RDE

VW erhält erste WLTP-Freigaben

VW Golf 1.0 TSI Comfortline, VW Polo 1.0 TSI Beats, Exterieur Foto: Hans-Dieter Seufert 18 Bilder
Update

Der neue Verbrauchs-Zyklus WLTP wirft seine Schatten voraus: Weil Verbrauchswerte künftig für alle Modellvarianten mit großem Aufwand zertifiziert werden müssen, lichtet sich der Angebotsdschungel. Nun hat VW erste Freigaben für Modelle aus allen 14 Baureihen erhalten.

Wer sich in den vergangenen Wochen einen Neuwagen kaufen wollte, wurde bei dem einen oder anderen Automobilhersteller im Regen stehen gelassen. Denn wenn der zahlungsbereite Kunde überhaupt noch den Konfigurator seines Traumwagens nutzen konnte, suchte er am Ende vielleicht den großen Bestellknopf vergebens. Inzwischen entspannt sich die Situation bei den ersten Herstellern. VW zum Beispiel meldet nun die ersten Freigaben für alle 14 Baureihen.

Zu viel Aufwand: zwei Millionen Varianten beim Golf

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Der VW-Konzern schien von den Umstellungen besonders stark betroffen zu sein. Im Sommer kristallisierte sich heraus: Für viele Modelle erhält der Konzern keine rechtzeitige WLTP-Zertifizierung. Die Konsequenzen: Alle Motor-Getriebe-Varianten, die unter zwei Prozent Bestellvolumen aufwiesen, wurden mit dem Ende des Modelljahres 2018 im Sommer nicht in die WLTP-Homologation überführt und liefen aus. Andere waren eine Zeitlang nicht mehr bestell- und somit auch nicht mehr konfigurierbar. Ein VW-Sprecher erklärte damals gegenüber auto motor und sport: „In vielen Fällen bleiben ähnliche Varianten im Angebot. Beispielsweise entfallen Handschalter-Version, während dieselbe Motorisierung mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG weiterläuft. Weil im neuen Prüfverfahren erstmals auch Ausstattungseinflüsse für die Ermittlung der Verbräuche im WLTP-Zyklus einbezogen werden, ist der Aufwand enorm: Allein beim VW Golf gibt es etwa zwei Millionen verschiedene Varianten, für die wir individuelle Verbrauchswerte ermitteln und im Konfigurator ausweisen.“

Nun sieht die Situation bei der Kernmarke wieder etwas besser aus. Wie ein Sprecher dem Fachportal „Kfz-Betrieb“ bestätigte, erhielt VW nun das WLTP-Zertifikat für alle 14 Baureihen. Allerdings nur partiell für bestimmte Motor-Getriebe-Spezifikationen. Um welche es sich genau handelt, ist derzeit nicht bekannt. Der Sprecher wies jedoch darauf hin, dass VW „die traditionell stark gefragten Kombinationen im Freigabeprozess priorisiert“ habe.

Noch nicht alle Baureihen können online konfiguriert werden

Wer nun den Konfigurator auf der VW-Website öffnet, wird davon allerdings noch nicht zwangsläufig etwas merken. Bei den Modellen Up, Polo, Passat Limousine, Passat Variant, Arteon und Touareg funktioniert es. Bei anderen volumenstarken Baureihen wie Golf oder Tiguan lässt die Umstellung noch auf sich warten, bis die jeweilige Reihe auf das Modelljahr 2019 aktualisiert wird. Die restlichen Autos sollen in der ersten Oktoberwoche folgen.

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Wie „Automobil-Produktion“ schreibt, sollen gegen Jahresende Freigaben für alle Varianten vorliegen. Grundsätzlich sei es aber auch derzeit möglich, die überwiegende Mehrzahl der Modellvarianten durchgängig zu bestellen. Stimme der Kunde einer Zusatzvereinbarung zu, könne er aber auch Modellvarianten bestellen, die noch nicht nach WLTP zugelassen sind. Er werde dann darauf hingewiesen, dass das gelieferte Modell technisch abweichen kann. Und generell gelte weiterhin: „Bestätigte Bestellungen werden auch gefertigt und ausgeliefert.“

Porsche verkauft nur Lagerfahrzeuge

Anders sieht es weiterhin bei der VW-Marke Porsche aus. Konfigurieren lassen sich die Sportler aus Zuffenhausen zwar. Mehr aber auch nicht. Die gesamte Angebotspalette ist in den Bestell-Winterschlaf versetzt worden. Grund für die weiterhin andauernde Pause ist mal wieder der WLTP-Zyklus. Ein Prüfverfahren, das erstmals auch Ausstattungseinflüsse für die Ermittlung der Verbräuche im WLTP-Zyklus einbezieht und daher einen enormen Aufwand mit sich bringt.

TechnikProfi_2017_03_01_13 Wegen WLTP Kfz-Steuer steigt um bis zu 70 Prozent

Bei Porsche bedeutet dies aktuell: Wer einen neuen Porsche haben möchte, bekommt höchstens einen, der bereits fertig produziert wurde. Und dass nicht nur ältere Modell davon betroffen sind, zeigt sich am erst jüngst eingeführten Cayenne. Kurz gesagt: Er ist heute bereits abgastechnisch veraltet, da er noch ohne Otto-Partikelfilter ausgestattet und nur noch bis zum 31. August 2018 zulassungsfähig ist. Laut motor-talk konzentriert sich Porsche zunächst auf die Umstellung der am stärksten nachgefragten Modelle und Derivate. So starten noch im September ausgewählte Modelle der Sportwagen-Baureihen 911 und 718 mit Ottopartikelfilter. Der aktuelle 911 wird übrigens trotz anstehenden Modellwechsels mit einem Otto-Partikelfilter ausgestattet.

BMW wirft V8-Motoren aus dem Programm

Fans der Marke BMW müssen in diesen Tagen ebenfalls besonders stark sein. Denn hier fliegen die V8-Modelle sang und klanglos aus dem Angebot. Natürlich nicht für immer. Aber zumindest bis Juli, denn bis dahin soll jeder Benziner über einen Otto-Partikelfilter verfügen und die Nachrüstung dauert. Interessanterweise sind auf der Homepage von BMW noch Fahrzeuge wie der aktuelle M3 oder das 6er Cabrio sowie das 6er Gran Coupé zu finden. Aber der Konfigurations-Versuch führt in eine Sackgasse.

BMW 750i xDrive, Frontansicht Produktionsstopp bei BMW X1, 7er, M3, M550i betroffen

Bekanntermaßen laufen M3 sowie 6er inklusive Gran Coupé und Cabrio etwas früher als geplant aus. Sie werden demnächst als 8er wiedergeboren. Der erst im November 2017 als Nachfolger des 5er GT eingeführte 6er GT bleibt im Programm. Ein BMW-Sprecher verrät: „Sowohl der BMW M3 sowie das BMW 640i Coupé nähern sich dem Ende ihres Lebenszyklus, eine Umrüstung auf Ottopartikelfilter ist daher nicht mehr vorgesehen; entsprechend wird der Auslauf dieser Modelle etwas vorgezogen, beide werden ab Juni 2018 nicht mehr für die EU28+-Märkte produziert.“

Eine Frage der Zeit, wann die Modelle zurückkehren

Nicht nur BMW-Kunden treibt aktuell verständlicherweise die Frage um „Welche Baureihe verabschiedet sich eigentlich von welcher Motorisierung?“ Die Antwort fällt nicht leicht. Denn was heute nicht bestellt werden kann, wird morgen vielleicht schon wieder im Programm sein. So zum Beispiel steht es um den X5, X6 und den 7er. Benzin-Anhänger schauen hier gerade ins Leere. Da sich der 7er der Modellpflege nähert, ist es jedoch nur eine Frage der Zeit, bis bei ihm die Ottomotoren wieder ins Sortiment aufgenommen werden. Ein paar Etagen tiefer verlässt der 430i xDrive die Bühne und beim 5er steht wie erwähnt der M550i nicht mehr zur Wahl.

Neuester Kommentar

Die Redaktion gibt einfach Fake News unrecherchiert weiter. Was haben denn VWs 2 Millionen Ausstattungsvarianten beim Golf mit der Zertifizierung der Verbrauchswertangaben zu tun? VWs Meldung soll doch werbewirksam dem Verbraucher suggerieren, weil wir dem Käufer eine Unmenge an Varianten anbieten, haben wir nun so viel zu tun, entschuldigt... Zertifiziert werden müssen nur! Aussattungsvarianten, die den Verbrauch beinflussen. Also da wären: Motor-Getriebe Varianten, Rad-Reifen-Kombinationen, Kompackt oder Kombimodell, von mir aus auch Schiebedach und Design der Stoßstange und noch paar andere Dinge. Aber doch keine Lackierung, Sitzbezüge, oder Scheibentönungen, iPhone-Anbindung BlueTooth-Version und das ganze Geprassel womit man auf 2 Mio rein rechnerisch kommt... Für mich ist dieser Artikel schlecht recherchiert mit vielen sinnfreien Schlagzeilen, die den Wahrheitsgehalt sehr beeinflussen.

romanusko 8. Juni 2018, 08:23 Uhr
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