ZF im Aufwärtstrend

Foto: ZF Friedrichshafen

Der drittgrößte deutsche Autozulieferer ZF Friedrichshafen fährt nach einem guten Jahr 2004 weiter auf Expansionskurs. Der Umsatz werde 2005 um rund fünf Prozent zulegen, kündigte ZF-Chef Siegfried Goll am Mittwoch (27.4.) in Stuttgart an.

Deutlich gestiegene Rohstoff- und Energiepreise dürften das Ergebnis jedoch belasten. Das angestrebte Umsatzwachstum wurde im ersten Quartal mit 2,6 Milliarden Euro erreicht. "Es ist jedoch eine Riesenherausforderung, diesen Umsatzzuwachs über das ganze Jahr zu halten", betonte Goll.

2004 nannte der ZF-Chef "ein erfolgreiches Jahr". Der Umsatz nahm um elf Prozent auf 9,9 Milliarden Euro zu. Der Jahresüberschuss belief sich auf 181 Millionen Euro. 2003 war durch Sonderaufwendungen für missglückte Gemeinschaftsunternehmen in den USA ein Minus von 162 Millionen Euro entstanden.

Der Spezialist für Fahrwerks- und Antriebstechnik mit Hauptsitz in Friedrichshafen am Bodensee profitierte 2004 von der weltweit boomenden Nutzfahrzeug-Konjunktur, dem guten Geschäft mit Baumaschinen in Nordamerika und in Asien sowie einer Reihe neuer Produkte hauptsächlich im Pkw-Bereich. Dazu zählte Goll das Sechs-Gang-Automatikgetriebe.

17 Millionen für die Stadt Friedrichshafen

Der weltweite Fahrzeugmarkt dürfte nach ZF-Angaben 2005 nur um ein bis drei Prozent zulegen. Somit könnte ZF weitere Marktanteile gewinnen. Entscheidend für das Geschäftsjahr sei jedoch, ob eine Verteilung der hohen Kosten für Stahl oder Öl auf mehrere Schultern gelingt, meinte Goll. "Alle müssen sich beteiligen, vom Stahlhersteller bis zum Autokäufer", verlangte er. Könne ZF die Kostensteigerungen nicht weitergeben, würden sie das Ergebnis mit bis zu 250 Millionen Euro belasten.

Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich 2004 um zwei Prozent auf 54.500 an 125 Standorten in 26 Ländern. In Deutschland waren es 34.481 Beschäftigte. "Wir bekennen uns zum Standort Deutschland", betonte Goll. Notwendig sei jedoch eine Senkung der Arbeitskosten durch Verrechnung von übertariflichen Leistungen mit Einkommenserhöhungen sowie flexiblere Arbeitszeiten.

Die Stadt Friedrichshafen als Eigentümerin der Zeppelin-Stiftung, die knapp 94 Prozent der ZF-Anteile hält, kann sich über die guten Geschäfte des Autozulieferers freuen. Sie bekommt aus der Dividende 2004 rund 17 Millionen Euro für das Stadtsäckel.

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