Zulieferer

Mercedes macht Druck

Foto: Daimler-Chrysler

Mercedes-Car-Group-Chef Eckhard Cordes erhöht angesichts der Qualitätsprobleme bei Mercedes-Benz nach einem Zeitungsbericht den Druck auf die Zulieferer.

In einem der Fachzeitschrift "Automobilwoche" vorliegenden Brief an Zulieferer habe Cordes verschiedene aufwändige Kontrollmaßnahmen angekündigt, sollten bei Stichproben von zugekauften Komponenten Fehler entdeckt werden. Mit den Worten "Der Ton ist rauer geworden, es wird nun mit harten Bandagen gekämpft", zitiert die Zeitung einen Zulieferer.

In der bislang größten Rückrufaktion des Unternehmens sind kürzlich 1,3 Millionen Mercedes-Benz-Pkw in die Werkstätten gerufen worden. Im Januar gab es bei Mercedes Produktionsausfälle wegen fehlerhafter Dieselpumpen des Zulieferers Bosch.

Der Qualitätsexperte Wolfgang Kaerkes von der Deutschen Gesellschaft für Qualität sagte der Zeitschrift, in den Führungsetagen der Autobauer hätten zeitweise andere Aspekte wie Fragen der Globalisierung oder das Streben nach Wachstum im Vordergrund gestanden. "Das Thema Qualität ist darüber in den Hintergrund getreten."

Auch im Vorstand von Daimler-Chrysler habe es beim Thema Qualität Defizite gegeben, meinte Kaerkes. Eine Verschiebung der Verantwortung für die Auto-Qualität von den Herstellern auf die Zulieferer hält der Experte nicht für legitim. Es seien schließlich die Hersteller selbst gewesen, die "die Verantwortung an die Zulieferer delegiert haben."

Nach Ansicht des baden-württembergischen IG-Metall-Landeschefs Jörg Hofmann befindet sich Daimler-Chrysler nicht in einer tiefen Krise, sondern habe einige Probleme. "Wie allerdings diese Probleme der Öffentlichkeit präsentiert werden, verstehe ich nicht", sagte er den "Stuttgarter Nachrichten". Da werde der Eindruck erweckt, als gebe es ein technologisches und qualitatives Fiasko, was
jedoch den Realitäten nicht entspreche. Es müsse trotz des hohen Drucks gewährleistet sein, das Autobauer und Zulieferer genügend Zeit für die Erprobung hätten.

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