Zulieferer verlieren Schutz gegen Zahlungsrisiken

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Die Aufkündigung des Versicherungsschutzes für Lieferanten von Opel und Ford wird es der Zulieferer-Branche nach Meinung des Autoexperten Willi Diez erschweren, an frische Kredite ranzukommen.

"Die Bonitätsbeurteilung durch die Banken wird sich verschlechtern", sagte der Direktor des Instituts für Autowirtschaft am Freitag (7.11.). Eine Zurückhaltung bei der Kreditvergabe erhöhe auch die Gefahr von Insolvenzen in der Zuliefer-Branche.

Der Kreditversicherer Euler Hermes will Lieferanten des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) und Ford wegen der unsicheren Lage und Insolvenzgerüchten keinen Schutz mehr gewähren. Das bedeutet, dass sich Zulieferer dort nicht mehr gegen Zahlungsrisiken in Geschäften mit Opel und Ford versichern können.

Es gebe nach wie vor sehr gut aufgestellte, profitable und mit guter Kapitaldecke ausgestattete Autozulieferer, die aber unter einer Kreditklemme leiden würden. "Sie werden alle in eine Art Sippenhaft genommen." Das bedeute, "was schon lange zu befürchten war, dass die Zulieferer Finanzierungsprobleme bekommen", sagte Diez.

Er betonte, dass bis zu 70 Prozent der Bestandteile eines Autos von Zulieferern kommen und diese vor allem bei der Entwicklung von Autos zum Teil erheblich in Vorleistung treten. Ohne die Hermes-Absicherung erhöht sich das Risiko von Zahlungsausfällen. Einen Ausweg aus dem Dilemma gibt es laut Diez nicht. "Die Zulieferer müssen weiter liefern, sonst würden sie sich in der aktuellen Situation ins eigene Fleisch schneiden", sagte Dietz. "Deshalb jetzt nicht mehr zu liefern, wäre so, als ob man aus Angst vor dem Tod Selbstmord begeht."

Abgesehen vom fehlenden Versicherungsschutz sei die Situation zurzeit äußerst brenzlig. "Der Käuferstreik in den USA ist brutal." Es gebe zurzeit nur eine Tendenz: Nach unten. Am Donnerstag gab Ford dramatische Zahlen bekannt: Der Autobauer aus Detroit erlitt im dritten Quartal nach Steuern ein operatives Minus von fast drei Milliarden Dollar (2,3 Mrd Euro). Der Umsatz brach um 22 Prozent auf 31,1 Milliarden Dollar ein. Selbst Toyota, die nach Angaben von Diez in den USA bisher fast immer Gewinne gemacht hätten, sei dort nun von der Krise betroffen. "Es trifft alle", sagte Diez.

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