Porsche-Krise

Zusage von Katar für Porsche-Einstieg

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Der Emir von Katar hat Porsche-Chef Wendelin Wiedeking nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" eine mündliche Zusage für einen Einstieg bei dem hochverschuldeten Sportwagenbauer gegeben.

Wiedeking sei bereits mehrfach zu Gesprächen in den Golfstaat gereist, berichtet das Magazin. Ein Vertrag sei aber noch nicht unterschrieben worden. Ein Porsche-Sprecher wollte sich am Samstag (6.6.) in Stuttgart nicht zu dem Bericht äußern. "Wir sagen nichts zu laufenden Gesprächen mit möglichen Investoren." VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hält unterdessen ein Scheitern der Gespräche zwischen den beiden Autobauern weiter für möglich. Unterdessen macht Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) Druck auf die beiden Autobauer. Entscheidend sei, "dass die Debatte in einigen Wochen abgeschlossen wird, weil wir uns auf den Wettbewerb und die Konkurrenz konzentrieren müssen", forderte der Regierungschef am Sonntag in Hannover.

Porsche: Schuld von rund neun Milliarden Euro

Die Stuttgarter haben sich bei der geplanten VW-Übernahme massiv verhoben und kämpfen mit einem Schuldenberg von rund neun Milliarden Euro. Seit Monaten sucht Porsche nach neuen Geldgebern und verhandelt auch mit zahlreichen Banken über einen Kredit von insgesamt 12,5 Milliarden Euro. Nach der Zusage für insgesamt 10,75 Milliarden Euro hat Porsche Ende vergangener Woche die noch fehlenden 1,75 Milliarden Euro bei der staatlichen KfW-Bank beantragt.    

Verhandelt wird mit dem Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA) den Angaben zufolge sowohl über einen Einstieg bei dem Sportwagenbauer als auch bei VW. Porsche besitzt knapp 51 Prozent der Anteile an VW und hält mit Hilfe der Banken Aktienoptionen über weitere rund 24 Prozent. Eine Möglichkeit wäre laut «Focus», dass das Emirat diese Mitte Juni auslaufenden Optionen erwirbt und damit neben dem Land Niedersachsen ein weiterer Anteilseigner bei Europas größtem Autobauer wird.    

Katar-Einstieg erfordert Kapitalerhöhung

Die Alternative wäre ein Einstieg Katars bei der Porsche-Holding, die das Sportwagengeschäft und die VW-Beteiligung kontrolliert. Dazu wären jedoch eine Kapitalerhöhung sowie eine außerordentliche Hauptversammlung notwendig.   

Der VW-Betriebsrat reagierte gelassen: "Sollte das Emirat Katar an einen Einstieg bei Volkswagen denken, dann gehen wir davon aus, dass es rechtzeitig den Dialog mit den Arbeitnehmern von Volkswagen suchen wird", sagte der Sprecher des VW-Konzernbetriebsrats, Gunnar Kilian. "Wer Anteilseigner bei Volkswagen wird, der hat Verantwortung für mehr als 360.000 Beschäftigte in der ganzen Welt. Das muss dem Emirat Katar vor einer Entscheidung bewusst sein. Es gab in der jüngeren Vergangenheit schon andere, die sich dessen augenscheinlich nicht bewusst waren", sagte Kilian. "Deshalb gehen wir davon aus, dass das Emirat Katar, falls es überhaupt an einen Einstieg denkt, das Gespräch mit dem Land, dem Unternehmen Volkswagen und uns suchen wird".    

Osterloh: Liquiditätssicherung muss Priorität haben

Das Zusammengehen von Porsche und VW ist nach Einschätzung von Osterloh weiter offen. Es sei möglich, dass die nach wie vor unterbrochenen Verhandlungen ohne Ergebnis enden, sagte er der "Berliner Zeitung". "Wir werden nur das mitmachen, was für Volkswagen gut ist." Von Porsche fordert er erneut völlige Transparenz zur finanziellen Lage des Sportwagenbauers. VW sei ein kerngesundes Unternehmen, in Krisenzeiten müsse jedoch die Liquiditätssicherung Priorität haben. "Wir sehen eine Fusion kritisch, weil die Gefahr droht, dass die Verschuldung von Porsche SE auf unsere Bilanz geladen wird", sagte der Betriebsratschef.

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