Nico Hülkenberg

Nico Hülkenberg - Renault - Porträt - 2018 Foto: Renault

Nicolas „Nico“ Hülkenberg ist eines der größten deutschen Motorsport-Talente. Über Formel 3-Erfolge erkämpfte sich der Rheinländer schnell einen Platz in der Formel 1. Dort wechselte er zu Beginn seiner Karriere regelmäßig die Teams.

Im Alter von 9 Jahren stieg der junge Nico Hülkenberg in den Kartsport ein. 6 Jahre später sammelte er 2002 mit der deutschen Juniorenmeisterschaft bereits den ersten wichtigen Titel. Eine Saison darauf folgte dann der Sieg bei den Großen in der deutschen Kartmeisterschaft (DKM).

Hülkenberg sammelt Titel am Fließband

Mit 18 Jahren kam dann der logische Schritt in die ersten Formel-Serien. Über die Formel BMW-ADAC ging es 2006 in den deutschen Formel 3 Cup. Dank anhaltender Erfolge sicherte sich Hülkenberg die Nominierung für das deutsche A1GP-Team. Hier kam der Youngster erstmals ins internationale Rampenlicht, als er im Winter 2007/2008 den Meisterschaftstitel für Deutschland einfuhr.

Der rasante Karriereverlauf wurde in der Formel 3 Euroserie fortgesetzt. Schon im Rookie-Jahr fuhr Hülkenberg auf Rang 3 und wurde dabei nur von Roman Grosjean und Sebastien Buemi geschlagen. Das brachte dem talentierten Rheinländer einen Testvertrag beim britischen Williams-Team für die Saison 2008 ein. Parallel zu seinen zahlreichen Testeinsätzen gewann „Hülk“ in seinem zweiten Formel 3-Jahr schließlich auch die Meisterschaft.

Formel 1-Einstieg mit Williams

Trotz großer Anerkennung und vieler Preise blieb dem ADAC-Junior-Motorsportler des Jahres 2008 der vorzeitige Sprung in die Königsklasse verwehrt. Neben seinen Testeinsätzen für Williams hatte sich Hülkenberg deshalb für den Einstieg in die GP2 entschieden. Hier ging er 2009 für das ART-Team auf Punktejagd und gewann auf Anhieb die Meisterschaft.

Die Belohnung für den damals noch von Willi Weber beratenen Hülkenberg war der Stammplatz bei Williams in der Saison 2010. In der Formel 1 kam der Rheinländer allerdings etwas schwer in Tritt. Zwar gab es schon im dritten Rennen in Malaysia den ersten WM-Punkt, der sollte allerdings auch der einzige in den ersten 9 Einsätzen bleiben.

In der zweiten Saisonhälfte landete Hülk dann regelmäßig in den Top Ten. Als bestes Resultat stand am Ende Platz 6 beim GP Ungarn. Für die größte Aufregung sorgte der Emmericher allerdings in Sao Paulo. Beim verregneten Qualifying zum GP Brasilien düpierte der Youngster die gesamte Konkurrenz und fuhr auf Pole Position.

Hülkenberg wechselt 2011 zu Force India

Trotz der deutlichen Leistungssteigerung gegen Saisonende setzte Williams seinen Nachwuchsfahrer vor die Tür und ersetzte ihn durch Paydriver Pastor Maldonado. Bei Force India fand Hülkenberg schließlich eine neue Heimat. 2010 musste sich der Deutsche allerdings zunächst mit dem Job als dritter Mann hinter Adrian Sutil und Paul di Resta zufrieden geben. Über Einsätze bei den Testfahrten und im Freitagstraining kam der Youngster nicht hinaus.

Aber auch bei den kurzen Gelegenheiten im Cockpit ließ Hülkenberg sein Talent immer wieder aufblitzen. Und so war es nur logisch, dass Force India den schnellen Schlaks vor der Saison 2012 zum Stammfahrer beförderte. Nach einem Jahr Pause tat sich Hülk zunächst etwas schwer gegen Di Resta. Nach ein paar Rennen hatte er den Schotten aber gut im Griff.

Mit dem fünften Platz in Valencia und Rang 4 in Belgien setzte er erste Highlights. Das erste Podium wollte aber einfach nicht fallen. Die große Chance auf den ganz großen Coup ergab sich plötzlich beim Saisonfinale in Sao Paulo. Zur Überraschung aller kämpfte Hülkenberg bei feuchten Bedingungen gegen die McLaren um den Sieg. Der Force India-Pilot ging volles Risiko und verlor. Beim Angriff auf Hamilton rutschte er auf einer kleine Pfütze aus, kollidierte mit seinem Gegner und drehte sich. Von der Rennleitung gab es noch eine Durchfahrtstrafe. Am Ende nur Rang 5.

Hülkenberg wechselt 2013 zu Sauber

In der Gesamtwertung verpasste der Deutsche nur um 3 Punkte die Top Ten. Trotzdem war klar, dass Hülkenbergs Potenzial bei Force India nicht zur Entfaltung kommen kann. Da die Cockpits der Top-Teams alle besetzt waren, unteschrieb der lange Blonde für ein Jahr bei Sauber. Das Ziel war klar: der erste Podiumsplatz sollte 2013 fällig sein. Doch das Auto aus der Schweiz konnte nicht an die Erfolge im Vorjahr anknüpfen. Das Podium blieb vor allem zu Saisonbeginn in weiter Ferne.

Erst nach einem großen Technik-Update lief es sportlich besser und Hülkenberg konnte auf sich aufmerksam machen. Vor allem die Verteidigungsschlacht beim GP Indien begeisterte die Experten. Obwohl Hülk wie so oft das Maximale aus seinem Auto herausquetschen konnte, klappte es wieder nicht mit dem Aufstieg zu einem Top-Team. Da Sauber mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatte und das Gehalt nicht immer pünktlich kam, zog es Hülkenberg am Ende der Saison vor, zu Force India zurück zu wechseln.

Dank Mercedes-Power lief es beim neuen alten Team vor allem in der ersten Saisonhälfte sehr gut. Hülkenberg fuhr regelmäßig in die Punkte, verpasste sein erstes Podium beim Lauf in Bahrain allerdings knapp. Nach der Sommerpause lief es nicht mehr ganz so gut. Die Updates zündeten nicht und Hülk musste deutlich härter um jeden Punkt kämpfen. Am Ende des Jahres verfehlte er mit 96 Zählern die angestrebte 100-Punkte-Marke nur knapp. Platz 9 in der Endabrechnung war allerdings das beste Ergebnis seiner Karriere.

Nach vielen Wechseln in seiner Karriere blieb Hülkenberg im Winter seinem Arbeitgeber treu. Die ganz großen Ergebnisse wollten aber nicht herausspringen. Mit 9 Punkteplatzierungen bewies der Deutsche zwar wieder einmal seine Konstanz, die Highlights setzten aber andere. Teamkollege Perez kam in Russland sogar aufs Podium und ließ seinen Stallrivalen am Ende mit 20 Punkten Vorsprung hinter sich.

2016 absolvierte Nico Hülkenberg eine weitere Saison für Force India. Ein vierter Platz beim Großen Preis von Belgien war sein bestes Ergebnis. Intern unterlag er mit 72 zu 101 Punkten gegen Teamkollege Pérez. Damit erreichte er den neunten Platz in der Gesamtwertung. Im Oktober wurde bekannt, dass er am Jahresende zu Konkurrent Renault wechseln würde, wo er neuer Teamkollege von Jolyon Palmer wurde.

Hülkenberg führte sich direkt gut ein. Im Gegensatz zu Palmer punktete der Rheinländer regelmäßig. Nur eine Defektserie und viel Pech in der zweiten Saisonhälfte führten dazu, dass am Ende nicht mehr als der zehnte Platz in der Fahrerwertung heraussprangen. In den letzten vier Rennen bekam „Hulk“ mit Carlos Sainz auch noch einen neuen Teamkollegen. Das verspricht für 2018 ein spannendes Duell.

(Stand: 01/2018)

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