09/2019, Tucker 48 Auburn Fall Auktion 2019 Worldwide Auctioneers
09/2019, Tucker 48 Auburn Fall Auktion 2019
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09/2019, Tucker 48 Auburn Fall Auktion 2019 5 Bilder

Auktion 1948er Tucker 48

Limousinen-Exot bringt 900.000 Euro

Das Exemplar mit ganz besonderer Geschichte wurde schon mehrfach bei automobilen Schönheitswettbewerben ausgezeichnet. Der Erlös kommt einem wohltätigen Zweck zugute.

Wenn Hollywood das Leben eines Industriellen verfilmt, dann muss es entweder besonders spektakulär oder tragisch gewesen sein. Das Leben von Preston Tucker, dem Francis Ford Coppola 1988 einen Film widmete, in dem Jeff Bridges die Hauptrolle spielte, war beides. 1947 begann Tucker, eine Limousine zu fertigen, deren Form in nur wenigen Tagen entworfen und dessen Technik in Eigenregie konstruiert wurde. Der Tucker 48 war für die damalige Zeit extrem sicher sowie fortschrittlich designt und angetrieben.

Nur 50 Serienautos wurden produziert

Doch die Großen Drei General Motors, Ford und Chrysler sahen in dem Emporkömmling einen Konkurrenten, der ihnen gefährlich werden könnte, da ihre eigenen Produkte im Vergleich ziemlich rückständig waren. Also fuhren die Autobosse aus Detroit schwere Geschütze auf, um Tucker unten zu halten – und griffen dabei auch zu schmutzigen Mitteln. Etwa zu einer wohl ungerechtfertigten Klage wegen Steuerhinterziehung. Preston Tucker wurde vor Gericht zwar freigesprochen, doch mit der Autoproduktion war es für die Firma danach vorbei – und zwar bereits nach 50 produzierten Serienautos.

09/2019, Tucker 48 Auburn Fall Auktion 2019
Worldwide Auctioneers
Ursprünglich war dieser Tucker ein Versuchsträger. Seine Karosserie erhielt er erst 2015.

Nur 50 Exemplare des Tucker 48, besser bekannt unter seiner Marketing-Bezeichnung Torpedo, wurden bis 1948 gebaut. Eines davon wurde kürzlich bei der Auburn Fall-Auktion im US-Bundesstaat Indiana angeboten. Und es hat die Erwartungen erfüllt: 990.000 Dollar (aktuell etwa 896.000 Euro) spülte die Versteigerung in die Kassen eines amerikanischen Krebsforschungsprogrammes. Das wäre sicher in Preston Tuckers Sinne gewesen; der Firmengründer starb 1956 an Krebs.

Keines der Original-Autos

Der rote Limousinen-Exot trägt die Fahrgestellnummer 1052. Dabei handelt es sich um ein Test-Chassis, in dem Tucker sein selbstentwickeltes Automatikgetriebe ausprobierte. Eine Karosserie hatte es seinerzeit nicht, weshalb das Auto auch nicht zu den 50 originalen Tucker-Modellen gehört. Diese erhielt es erst 2015, nachdem ein Tucker-Enthusiast eine aufbewahrte Original-Karosserie mit dem Chassis verheiratete. Das Auto wurde zwischenzeitlich aufwändig von den Experten von Classic & Exotic Service restauriert und scheint sich in einem Topzustand zu befinden. Dem Auktionshaus Worldwide Auctioneers zufolge gewann das Exemplar bereits Preise bei mehreren Concours d'Elegance-Wettbewerben.

Ansonsten zeichnen diesen Tucker 48 jene technischen Eigenheiten aus, die auch in den Modellgeschwistern zum Einsatz kamen. Zum Beispiel der flüssigkeitsgekühlte, im Heck installierte und 168 PS starke Sechszylinder-Boxer mit 5,5 Litern Hubraum, der auf einem Hubschrauber-Motor basiert. Oder die vielen Sicherheitssysteme, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg keineswegs Standard waren. Zum Beispiel Sicherheitsgurte, die beim Crash nach außen fallende Windschutzscheibe, die drei Scheinwerfer samt Kurvenlicht und Scheibenbremsen rundum.

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Sehr tragisch, Tucker hätte die Autobranche weit nach vorne bringen können.
Dumm gelaufen, aber auf Dauer hätte sich die Power der Großen Drei eh durchgesetzt.

Fazit

Mit seinem fast siebenstelligen Dollar-Betrag war dieser Tucker 48 übrigens ein echtes Schnäppchen. 2014 versteigerte RM Auctions ein Exemplar für 1,425 Millionen Dollar, umgerechnet fast 1,3 Millionen Euro. Bei seiner Auktion in Arizona zum Jahresbeginn 2019 versteigerte RM Sotheby's einen blauen Tucker 48 für 1,6 Millionen Dollar (rund 1,45 Millionen Euro). Und im Rahmen der Monterey Car Week 2018 fand ein anderer roter Tucker gar für 1,82 Millionen Dollar (etwa 1,65 Millionen Euro) einen neuen Besitzer.

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