VW T1 Radarmesswagen (1953) 1. Blitzer-Bulli VW

Blitzer-Bulli nach 54 Jahren wiederentdeckt

Die Radarfalle geht heute noch genau

VW hat einen der ersten Blitzer-Bullis entdeckt: Der T1 war Schulungswagen bei der Polizei, stand 54 Jahre herum und ist nun ein fast rostfreier Zeitzeuge. Sogar das Radargerät misst noch genau. Auf die Straße kommt er jedoch nicht mehr.

Blitzt wie am ersten Tag: VW Nutzfahrzeuge hat einen T1 entdeckt, der als einer der ersten Blitzer-Bullis am Straßenrand stand und Temposünder per Radar überführte. Zuletzt stand der Radarwagen 54 Jahre lang in Werkstätten und Hallen herum, zuletzt in einer Garage in Hannover-Badenstedt. Der letzte Eigentümer, ein Kfz-Meister, hatte ihn dort abgestellt und war nie dazu gekommen, das Auto zu restaurieren. Das wird auch VW nicht tun: „Das Auto wird nicht restauriert und nicht zugelassen“, erklärt ein Sprecher der Nutzfahrzeugsparte. Raus darf der T1 hingegen schon, und er fährt auch: frisches Öl, neue Zündkerzen, eine Batterie und der Boxer blubberte wieder. Der Zustand: authentisch bis hin zum Staub in der Regenrinne. Der Staub ist auch einer der Gründe, dass der Bulli so bleiben darf wie er ist: ein Zeitzeuge, der eine Geschichte erzählt.

Blitzer-Bulli war Schulungswagen

Die Geschichte des ersten Radarblitzer-Bullis in Niedersachsen fängt an, als ihn die Polizei-Beschaffungsstelle Niedersachsen 1953 anschafft. Damals kostet der 25 PS starke VW Bus 6.750 Mark. Acht Jahre nutzt die Polizei Hannover den Bulli, dann bekommt er eine Radaranlage eingebaut. Von 1961 bis 1964 dient er als Schulungswagen für eine neue Technik der Tempomessung: Polizisten lernen den Umgang mit dem Telefunken VRG2 Verkehrsradargerät.

VW T1 Radarmesswagen (1953) 1. Blitzer-Bulli
VW T1 Radarmesswagen nach 54 Jahren entdeckt
3:08 Min.

Erste Radarfalle blitzte 1959

Einer der Polizisten war Heinz Scholze. Der 89-jährige erzählt: „Das war absolutes Neuland – für die Verkehrsteilnehmer und uns.“ Zum ersten Mal wurden in Deutschland am 15. Februar 1959 zwischen Düsseldorf und Ratingen Geschwindigkeitsverstöße mit Radar gemessen.

Scholze wurde nach eigener Aussage übrigens selbst einmal geblitzt: „Ich kam mit einem Kollegen von einem Lehrgang in Berlin. Wir quatschten so schön im Auto, lachten – und schwupps hatte ich das Ortsschild übersehen. 83 Sachen statt 50. Bedeutete vier Wochen Fußgängerdasein und Bußgeld.“ Scholzes ehemaliger Kollege Felix Hoffmann erzählt von einem kuriosen Fall: ein Temposünder war auf dem Weg zur Preisverleihung. Er sollte als Kavalier der Straße ausgezeichnet werden.

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Der Verkehrsradar funktioniert heute noch

Das VRG2 funktioniert übrigens heute noch, erklärt Frank Märtens von der Physikalisch Technischen Bundesanstalt: „Sie misst auch heute noch sehr genau, ihre Fehlerquote hat eine maximale Abweichung von drei km/h, liegt damit im absoluten Toleranzbereich.“

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