08/2019, Chevrolet Corvette C3 mit Dieselmotor Craigslist
08/2019, Chevrolet Corvette C3 mit Dieselmotor
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08/2019, Chevrolet Corvette C3 mit Dieselmotor 4 Bilder

Corvette C3 von 1980

Diese Corvette braucht Liebe - und Diesel

Auf der US-Anzeigen-Website Craigslist wird derzeit eine leicht angeranzte 1980er Corvette C3 angeboten. Ihre Besonderheit: Im Bug steckt ein 6,2-Liter-V8-Diesel.

Kürzlich wurde die neue Corvette vorgestellt, die erstmals einen Mittelmotor erhält. Im Zuge dieser Premiere geraten auch die älteren Versionen des US-Sportwagens in den Fokus. Vor allem die Prototypen, bei denen bereits mit der Mittelmotor-Anordnung experimentiert wurde. Auch über die vorherigen sieben Generationen wird wieder angeregt diskutiert; meist geht es darum, welche die schönste war. Nun könnten die Debatten eine neue Dimension erreichen, denn die Fragestellung lautet: Was hat ein Dieselmotor in einer Corvette verloren?

Ölbrenner statt Otto-Triebwerk

Keine Sorge, die Konzernmutter GM denkt nicht etwa darüber nach, eine Corvette mit Selbstzünder anzubieten. Auch aus früheren Jahren ist keine offizielle Diesel-Corvette bekannt. Aber es gibt zumindest ein Exemplar, das einen Ölbrenner statt eines Otto-Triebwerks unter der Fronthaube trägt. Ein Farmer in Winfield, US-Bundesstaat Kansas, kam auf die absurd anmutende Idee, den originalen V8-Benziner gegen einen 6,2-Liter-Diesel zu tauschen.

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Craigslist
Ein wenig Liebe hätte die 1980er Corvette C3 durchaus nötig - und natürlich eine Autowäsche.

Warum? Nun ja, der Original-Motor dieser Corvette, die ursprünglich übrigens weiß war, ging ein halbes Jahr, nachdem ihr aktueller Besitzer Ray Scott sie kaufte, kaputt. Der heute 28-Jährige brauchte ein neues Aggregat – und der Diesel-Fan fand es in einem 1987er Chevy Suburban, den er für 700 Dollar erstand. Dessen Karosserie war ziemlich rostig, aber der bereits 193.000 Kilometer gelaufene, unaufgeladene und indirekt einspritzende V8-Selbstzünder lief gut. Und dessen 132 PS sowie maximal 325 Newtonmeter reichten dem Mann aus Kansas, schließlich war ihm der Spritverbrauch wichtiger als die pure Leistung.

Viergang-Automatik statt Original-Dreigang-Getriebe

Beim Umbau merkte Ray, dass die Motoraufnahmen dieselben waren wie beim ursprünglichen V8. Mehr als die Dichtungen, Schläuche und Hauptlager musste nicht erneuert werden. Auch das Getriebe übernahm er vom Spender-Suburban; der damals noch im Teenager-Alter befindliche Farmer wollte unbedingt eine Viergang-Automatik statt des originalen Dreigang-Getriebes. Zwar musste er die 700R4-Box des SUVs überholen (der Rückwärtsgang funktionierte nicht). Aber nachdem Ray einen neuen Querträger eingebaut hatte, passte das Getriebe ebenfalls gut in die Corvette. Nicht umsonst baute es Chevrolet ab 1982 werksseitig in seinen Sportwagen ein.

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Der 6,2-Liter-V8-Diesel stammt aus einem 1987er Chevy Suburban.

In Sachen Spritverbrauch ist die Diesel-C3 im Corvette-Kosmos jedenfalls unschlagbar. 6,7 Liter verbraucht sie Ray Scott zufolge auf 100 Kilometern, trotz All-Terrain-Bereifung. Und der Motor laufe weiterhin gut. Trotzdem hat er inzwischen das Interesse an ihr verloren – vor allem auch deshalb, weil er sich zwischenzeitlich einen 2008er Ford Mustang Bullitt kaufte. Entsprechend ungepflegt sieht die Corvette mittlerweile aus, und technische Schwächen wie kaputte Scheibenwischer, Fensterheber und Heizungsfunktionen müssten behoben werden.

Schaut man sich die Fotos auf Craigslist (und in unserer Fotoshow) an, ist eins jedenfalls klar: Ein Blender ist dieses Auto nicht, so dreckig, wie es auf dem US-Anzeigenportal abgebildet ist. 4.000 Dollar will Ray Scott für die Diesel-Corvette haben. Mit dem Geld will er übrigens das nächste Projekt anstoßen: Ein alter Ford F-250 Pickup soll einen Cummins-Diesel erhalten.

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Fazit

Ray Scott scheint ein extremer Pragmatiker zu sein. Anders sind seine Vorliebe für Dieselmotoren und sein Selbstzünder-Experiment mit seiner Corvette nicht zu erklären. Aber es scheint funktioniert zu haben, und Charme hat der Ölbrenner im US-Sportwagen allemal. Ein Pragmatiker sollte aber auch der Käufer sein, denn eines ist auch klar: Für nur 4.000 Dollar bekommt man sonst keine Corvette C3. Den Original-Motor samt Getriebe kann man sich ja auf anderem Wege besorgen, sollte man das aktuelle Triebwerk doch als ein wenig unpassend empfinden.

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