Ferrari Dino 308 GT4 Safari Bring a Trailer
Ferrari Dino 308 GT4 Safari
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Ferrari Dino 308 GT4 Safari 27 Bilder

Ferrari Dino 308 GT4 Safari

Niemand will den Offroad-Ferrari

Ein Sportwagen fürs Gelände: In den USA stand kürzlich ein Dino 308 GT4 zum Verkauf, der für Einsätze abseits befestigter Straßen umgebaut wurde. Leider erfolglos.

Die Wichtigkeit des 308 GT4 in Ferraris Historie wird oft unterschätzt. Dabei bedeutete der 1973 vorgestellte und zwischen 1974 und 1980 gebaute Sportwagen in mehrerlei Hinsicht Neuland für die Marke: Er lief anfangs unter der Submarke Dino und trug auch nicht das Ferrari-Logo. Er wurde nicht von Pininfarina, sondern von Bertone entworfen. Er war Ferraris erster 2+2-Sitzer, dessen Triebwerk als Mittelmotor angeordnet war. Und er war das erste Straßenauto der Sportwagenschmiede mit V8-Aggregat; zuvor gab es die Modelle aus Maranello nur mit V6- oder V12-Motoren.

Nur 42.000 statt etwa 90.000 Euro

Allmählich scheint sich dieser Status auch in für Ferrari üblichen Oldtimer-Preisen niederzuschlagen. Ein 308 GT4 liegt im gepflegten Zustand aktuell bei etwa 90.000 Euro. Und damit nicht mehr weit entfernt von den gefragteren und bekannteren 308-Varianten GTB und GTS. Doch dieses Exemplar, das auf dem amerikanischen Auto-Auktionsportal Bring a Trailer angeboten wurde, erzielte nicht ansatzweise diesen Wert. Das letzte Gebot stand bei 46.760 Dollar (gut 42.000 Euro), erreichte nicht den Mindestpreis – und wurde folgerichtig auf diesem Wege auch nicht verkauft.

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Dank Fahrwerkshöherlegung und größeren Radumfangs entfernt sich die Karosserie einige Zentimeter vom Untergrund.

Was womöglich an einem Alleinstellungsmerkmal dieses Autos liegt. Es handelt sich hierbei um einen Offroad-Umbau des Dino 308 GT4. Wer dabei an die Rallye-Porsches 911 SC Safari und 959 Paris-Dakar oder den Lancia Stratos denkt, liegt nicht ganz falsch. Im Gegensatz zu diesen Autos war der Ferrari jedoch nie für Einsätze abseits befestigter Straßen konzipiert. Er verwandelte sich erst in den letzten Monaten in einen Offroad-Sportler, was seinen aktuellen Besitzer allein 26.000 Dollar gekostet hat.

Höherlegung und Offroad-Stahlräder

Im Zuge des Umbaus entfernte sich die Karosserie per Fahrwerkserhöhung, die auf Komponenten des 308 GTB-Fahrwerks aufbaut, weiter vom Untergrund als beim Serienauto. Außerdem bekam der Ferrari neue Stoßstangen vorne (hier mit vier Zusatzscheinwerfern von Hella) und hinten (mit schützendem Käfig drumherum), fünf 7 x 15-Zoll-Stahlräder samt 205/70er Michelin XWX-Bereifung und Schmutzfängern hinten. Neu sind zudem die Plaketten mit dem Safari-Logo; die schwarz-rote Lackierung im Stile des 512 BB erhielt der Dino 308 GT4 bereits vorher.

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Schöne rote Teppiche und neu belederte Sitze: das Interieur des Ferrari Dino 308 GT4 Safari.

Innen wurde der Ferrari etwas aufgehübscht, wobei die Sitze gleichzeitig neu beledert und abgesenkt wurden. Außerdem erhielt er rote Teppiche, Vierpunkt-Gurte samt Haltestange, Aluminium-Pedale samt Fußstütze, einen ABC-Feuerlöscher und neue Ledergurte für das zusätzliche Gepäckabteil, das bereits vom Erstbesitzer anstelle der hinteren Sitze geordert wurde. Hinzu kam ein CB-Funkgerät, dessen äußeres Merkmal die Peitschenantenne ist.

V8-Sauger mit vier Nockenwellen und Doppelvergasern

Im Zuge seines Umbaus erhielt die Antriebstechnik einen Komplettservice, blieb aber weitgehend im Originalzustand. Bedeutet, der 2.926 Kubikzentimeter große V8-Sauger mit vier Nockenwellen und ebenso vielen Weber-Doppelvergasern dürfte sich noch immer im Bereich der ursprünglich zur Verfügung stehenden 255 PS bewegen. Wahrscheinlich etwas darüber, denn ein Vorbesitzer rüstete einen Competition-Schalldämpfer nach. Die Kraftübertragung auf die Hinterräder erfolgt über ein manuelles Fünfgang-Getriebe mit offener Schaltkulisse. Auch die elektrischen Fensterheber und die Klimaanlage des 1975 erstmals nach Reno, Nevada, ausgelieferten Coupés sind noch funktionstüchtig.

Alle Umbauten und Pflegemaßnahmen sind perfekt dokumentiert, auch Serviceheft, Betriebsanleitung, Werkzeugset und Erste-Hilfe-Kasten sind im Original vorhanden – genau wie zwei weitere, normale Radsätze. Der Tachostand beträgt gut 2.000 Kilometer. Allerdings hat sich das fünfstellige Zählwerk bereits einmal vollständig gedreht, womit dieser Dino 308 GT4 gut 100.000 Kilometer auf dem Buckel hat.

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Als Offroader. Denn in diesem Stil ist das Auto echt mal was Anderes.

Fazit

Käufer eines penibel gewarteten Siebzigerjahre-Ferraris schreckt diese Laufleistung normalerweise nicht ab. Also muss es letztlich doch am Offroad-Umbau liegen, dass der Dino 308 GT4 Safari beim Erstversuch keinen Käufer gefunden hat. Ein bisschen schade ist das schon, denn die Idee hat Charme und der Umbau scheint seriös ausgeführt worden zu sein. Oder ist er vielleicht nicht radikal genug?

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