Jaguar E-Type Zero Elektro-Umbau C. Magee
Jaguar E-Type Zero
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Jaguar E-Type Zero 13 Bilder

Jaguar Land Rover und der E-Antrieb

Elektro-E-Type wird ausgesetzt

Der Automobilhersteller Jaguar Land Rover hatte auf dem Tech Fest 2017 die Marschrichtung der Marke vorgestellt. Ab 2020 sollen alle Baureihen elektrifiziert werden. Sogar der E-Type von 1968 sollte als Zero vermarktet werden. Dieses Projekt muss jetzt aber ruhen.

Was wird denn aus den ganzen Wortspielen rund um das Thema Raubkatze? Fauchen, Brüllen... Fällt das jetzt alles weg, wenn Jaguar Land Rover ab 2020 alle Baureihen unter Strom setzt? Natürlich nicht. Es ist nicht die Rede davon, ausschließlich Elektroautos zu bauen, wie CEO Ralf Speth auf dem Tech Fest im September 2017 in London erklärte: „Jede ab 2020 neu eingeführte Baureihe wird auch über eine elektrifizierte Version verfügen. Wir werden ein Portfolio aus komplett elektrischen, Plug-In- und Mild-Hybrid-Varianten ausrollen.“

Jaguar E-Type Zero Kleinserie vorerst ausgesetzt

Das schönste Elektroauto der Welt
28 Sek.

Um den Kunden das „Sich-Anfreunden“ mit der Elektromobilität leichter zu machen, hatte Jaguar ein spektakuläres Elektroauto entwickelt: Der E-Type Zero ist ein originaler Jaguar E-Type Roadster der Serie 1.5 von 1968, der rein elektrisch fährt. Dabei sieht der Wagen von außen genauso aus wie immer – schließlich gibt es keinen Grund, einen Wagen, der oft als das schönste Auto der Welt bezeichnet wird, äußerlich zu verändern. Innen kommen dann Karbon, eine metallische Mittelkonsole und Instrumentenbildschirme zum Einsatz.

Der Elektromotor des Jaguar E-Type Zero leistet 200 Kilowatt (knapp 300 PS) und lässt den Roadster in 5,5 Sekunden von null auf 100 km/h spurten. Die Batterie hat eine Kapazität von 40 Kilowattstunden – damit soll der Wagen bis zu 300 Kilometer weit kommen.

Der E-Type Zero ist 46 Kilogramm leichter als mit Verbrennungsmotor – aber der Verbrenner lässt sich laut Jaguar problemlos wieder einbauen. Die Reaktionen auf den elektrischen E-Type waren so überwältigend, dass Jaguar beschlossen hatte, den E-E-Type auch zu vermarkten. Kundenaufträge wurden auch bereits angenommen. An Jaguar herantreten konnten aber auch Kunden, die bereits einen E-Type besitzen. Der sollte dann so umgebaut werden, dass er auch jederzeit wieder auf den Original-Verbrenner zurückgerüstet werden könnte. Preise für den E-Umbau nannte Jaguar nicht. Das elektrische Antriebssystem sollte später auch für verschiedene Jaguar-Klassiker zur Verfügung stehen. Die ersten auf E-Antrieb umgerüsteten E-Type hätten dann 2020 zu den Kunden rollen sollen. Aber es bleibt beim Konjuktiv, denn im Zuge der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, in denen die Briten stecken, hat Jaguar das Elektro-Oldtimer-Projekt vorerst auf Eis gelegt. Man wolle seine Ressourcen derzeit auf andere Projekte konzentrieren. Allen interessierten Kunden habe man mitgeteilt, das das Umbauprojekt ausgesetzt werde. Zukunft? Ungewiss.

Sitzprobe Jaguar E-Type Zero

Was die Kunden erwartet hätte, durfte auto motor und sport bei einem ersten Check bereits erleben. Wer auf großem Fuß lebt, hat ein Problem: Beim Einsteigen in den elektrischen Jaguar E-Type muss nämlich beim linksgelenkten Modell der Fuß des rechten Beins ganz vorsichtig zwischen dem großen Holzlenkrad und dem Sitz hindurchgeschoben werden. Ist das erledigt, gleitet man sanft in den Sitz und holt sein linkes Bein hinterher. Dann noch vorsichtig die kleine E-Type-Tür zuziehen. Soweit ein ganz normaler Einsteigevorgang in einen Jaguar E-Type. Aber sofort merkst Du: Dieser E-Type ist anders.

Die Instrumente des elektrischen E-Type wurden durch einen Flachbildschirm ersetzt und die Mittelkonsole besteht aus gebürstetem und recht dünnem Blech (beim Aussteigen möglichst nicht darauf abstützen).

Jaguar E-Type Zero
Jaguar
Nichts riecht nach Benzin, beim „Anlassen“ würde kein Motor blubbern und kein Ölstand muss kontrolliert werden. Du sitzt im kleinen Sitz, dessen Lehne nicht bis zu Deinen Schultern reicht, und fragst Dich, ob Du so einen megaschicken E-Type mit E-Antrieb mögen würdest. Und Du sagst: „Auf jeden Fall.“, so Redakteur Gregor Hebermehl zum Jaguar E-Type Zero.

Im vorderen Bereich der Mittelkonsole sitzt jetzt ein großer Drehschalter – der Wahlknopf für Vorwärts- und Rückwärtsgang sowie den Leerlauf. Dies ist wie bei den meisten Elektroautos, nur hier ist es wirklich ungewöhnlich. Nichts riecht nach Benzin, beim „Anlassen“ würde kein Motor blubbern und kein Ölstand muss kontrolliert werden. Du sitzt im kleinen Sitz, dessen Lehne nicht bis zu Deinen Schultern reicht, und fragst Dich, ob Du so einen megaschicken E-Type mit E-Antrieb mögen würdest. Und Du sagst: „Auf jeden Fall.“ Die Vorstellung, am Wochenende geräuschlos und ohne lokale Emissionen entspannt über schöne Landstraßen zu gleiten, in so einer nach wie vor atemberaubenden Hülle – das entspannt. Das Wissen, dass sich der Verbrennungsmotor jederzeit wieder einbauen lässt und der E-Type dann wieder aussieht und klingt wie vorher, hilft bei dem Gedanken an die Umrüstung ungemein – und am originalen Handbremshebel hältst Du Dich ohnehin ein bisschen an der Vergangenheit fest. Jaguar hat hier die Idee der Singer Porsches weitergedacht, beliebte zeitlose Fahrzeuge mit neuer Technik auszurüsten. Jaguar überlegt, ob sie den Umrüstsatz als Serienprodukt zum Kauf anbieten sollen. Unsere Meinung: ja.

Verkehr Verkehr TVR Griffith TVR Griffith Puristischer Sportwagen kommt frühestens Ende 2020

Rechtliche Probleme beim Werksausbau sorgen für enorme Verzögerungen.

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