Maserati 5000 GT Rost Oldtimer Auktion RM Robin Adams / RM Sotheby's
Maserati 5000 GT Rost Oldtimer Auktion RM
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Maserati 5000 GT Rost Oldtimer Auktion RM 15 Bilder

Maserati 5000 GT wurde versteigert

Rostige Rarität bringt 480.000 Euro

Ein paar Standschäden hat dieser Maserati schon. Trotzdem brachte der 5000 GT bei einer Auktion fast eine halbe Million Euro ein. Warum nur?

Bei ebay Kleinanzeigen würde man es vermutlich so beschreiben: Rarität!!!! Seltener italienischer Sportwagen mit Fünfliter-V8 im Sonderangebot. Sympathische Patina mit etwas Rost. Lichter müssen neu gemacht werden, Auto hat leichte Gebrauchsspuren. Nur 15.000 Kilometer gelaufen, erste Hand.

Maserati 5000 GT Rost Oldtimer Auktion RM
Robin Adams / RM Sotheby's
Schon mehr als "ein bisschen" Patina. Der Maserati war lange Zeit der Witterung ausgesetzt.

Nicht alles in dieser Beschreibung ist gelogen. Dass er zum Beispiel einen V8 unter der Haube trägt, stimmt durchaus. Die Laufleistung ist ebenfalls korrekt. Auch eine Rarität ist der 5000 GT, denn Maserati hat nur 34 Stück davon gebaut. Initiator dafür war Mohammad Reza Pahlavi, der Scheich des Iran. Der war nämlich sehr angetan vom 3500 GT, wollte am Ende aber doch etwas Exklusiveres haben. Also hat Pahlavi kurzerhand bei dem italienischen Hersteller vorgesprochen und um ein Auto mit dem Fünfliter-V8 aus dem 450S gebeten. Daraufhin krempelte Ingenieur Giulio Alfieri ein 3500 GT-Chassis um und pflanzte der Kreation einen der unbenutzten Sportwagen-Motoren ein.

Gebaut für einen Visionär

So wurde das neue Modell 5000 GT geboren und auf der Turiner Motor Show im November 1959 der Weltöffentlichkeit präsentiert. Insgesamt acht unterschiedliche Karosseriebauer haben sich dem Auto gewidmet, um echte Unikate zu schaffen. Unser „Ritter Rost“, der vom Auktionshaus RM Sotheby's im Rahmen der Monterey Car Week versteigert wurde, ist das einzige Modell von Ghia. Es ist das neunte Auto der Modellreihe und wurde 1961 fertiggestellt. Der damalige Ghia-Chefdesigner Sergio Sartorelli hatte diesen 5000 GT für den italienischen Geschäftsmann Ferdinando Innocenti entworfen. Er bewunderte Innocenti, der den Lambretta-Motorroller erfunden hatte, für seine Vision von preisgünstiger Mobilität. Lustig, dass er ihm ausgerechnet dafür ein gar nicht so preisgünstiges Vehikel auf die Räder gestellt hat, aber sei's drum. Ein einziges Farbfoto vom Originalauto existiert heute. Aufgenommen wurde es wiederum auf der Turiner Motor Show und es zeigt die silberne Lackierung des Ghia-5000 GT.

Maserati 5000 GT Ghia Chassis AM103 018
Maserati
Bevor der Maserati 5000 GT von Ghia für 50 Jahre unter freiem Himmel stand, sah er so aus. Das ist das einzige hochauflösende Farbfoto von exakt diesem Auto mit der Chassis-Nummer AM103 018.

In den 1970er-Jahren fand das Auto den Weg nach Saudi Arabien, wo es in den Fuhrpark des Auto-Sammlers Rubayan Alrubayan überging. Der allerdings erkannte nicht sofort, was er da eigentlich erworben hatte, und stellte das Auto über Jahre hinweg einfach unter freiem Himmel ab. Nach seinem Tod sorgten die Erben – vielleicht ein wenig spät – für einen überdachten Stellplatz. Da kein Käufer für das heruntergerockte Auto gefunden wurde, sollte es schließlich verschrottet werden, und wurde doch gerade rechtzeitig gerettet. In Anbetracht der nicht sonderlich pfleglichen Historie ist das Auto heute erstaunlich komplett. Sogar das unbenutzte Ersatzrad liegt noch im Kofferraum. Bei der Auktion in Monterey wurde der Ghia Maserati 5000 GT nun also versteigert – für 533.000 Dollar, umgerechnet gut 480.000 Euro. Damit siedelte er sich am unteren Ende der vorherigen Schätzung an, die von einem Preis zwischen 500.000 und 700.000 Dollar ausging. Das Preisniveau ist dennoch nachvollziehbar, denn nach entsprechender Wiederaufbereitung wird der Wert weit über einer Million liegen.

Fazit

Der rostige Maserati hat in Monterey also einen Käufer gefunden. Und irgendwo reibt sich jetzt ein Auto-Restaurator die Hände, der das zeitlos schöne Italo-Coupé für einen üppigen Obolus wieder in Bestzustand versetzen wird. Nachdem der 5000 GT für 50 Jahre buchstäblich in die Wüste geschickt wurde, hat er eine Renaissance jedoch mehr als verdient.

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