Porsche 911 Cabrio G-Modell, Seitenansicht Archiv
Porsche 911 Carrera Cabrio, Seitenansicht, Walter Röhrl
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Porsche 911 Carrera Cabrio, Seitenansicht
Porsche 911 Carrera Cabrio, Cockpit 14 Bilder

Porsche 911 Cabrio G-Modell Kaufberatung

Die Reife des späten G-Modells

Der Elfer ist als Vollblutsportwagen nicht zum Cabrio geboren. Lange galt der Targa als idealer Kompromiss. Bügelfrei war zunächst damenhaft, wird aber heute akzeptiert.

Schon der Gmünder Ur-Porsche war offen, und der 911-Vorgänger 356 startete 1950 wie selbstverständlich als Coupé und Cabriolet. Auch für den 901 existierte im Vorfeld der Prototypen und Studien eine viersitzige und eine offene Variante. Wegen Kapazitätsproblemen und drohenden amerikanischen Sicherheitsvorschriften blieb das 911 Coupé drei Jahre lang allein.

Porsche 911 Cabrio G-Modell erst 1982 vorgestellt

Erst im Dezember 1966 begann die Produktion des Targa, damit ging man bei Porsche auf Nummer sicher. Der Targa mit herausnehmbarem Faltdach wurde zum erfolgreichen Archetyp einer neuen Sportwagengattung. Lange befriedigte er selbst die ungezügelte Offenfahrlust der Amerikaner.

Das bügelfreie Elfer-Cabrio schrieb sich beinahe zur unendlichen Geschichte fort. Erst in Genf 1982 wurde es vorgestellt, und es brauchte noch ein Jahr bis zur Produktionsreife. Es startete kurioserweise als SC, um gleich ein halbes Jahr später im Zuge der Elfer-Modellpflege zum 3,2-Liter-Carrera zu reifen.

Großes Angebot an G-Modell Cabrios

Der Erfolg war enorm, offenbar war der ganz offene 911 die ultimative Antwort auf eine lange gestellte Frage. Beachtliche 25.726 Exemplare liefen in nur sechs Jahren insgesamt vom Band, und das bei einem Aufpreis von knapp 8.000 Mark auf das Coupé.

Entsprechend groß ist das heutige Angebot. Da der Exportanteil 68 Prozent betrug, bestimmen viele Rückläufer aus den USA den Markt. Plumpere Stoßfänger, drittes Bremslicht, Meilentacho, schwächere Motoren und eine meist lückenhafte Wartung lassen sie zunächst als zweite Wahl erscheinen. Im Einzelfall kann es auch ein Schnäppchen sein, wenn weder improvisierte Unfallreparaturen noch ein öltriefender Motor das Bild trüben.

Porsche 911 Cabrio G-Modell überzeugt mit technischer Reife

Deutsche Autos werden bevorzugt, das Cabrio profitiert von der gründlichen werksseitigen Rostvorsorge der späten Modelle und von seinem Einsatz als Sommerauto, das gerne auch von Frauen im Schongang bewegt wurde. Die Elfer-Cabrios sind zwar noch nicht teurer als vergleichbare Coupés und Targas, dafür sind sie aber oft in besserem Zustand und bestechen oft durch geringe Laufleistung. Kenner der Porsche-Szene prophezeien dem Cabrio hohen Wertzuwachs.

Dem stilistisch weniger harmonischen Cabrio fehlt noch die breite Akzeptanz gusseiserner Porsche-Traditionalisten. Doch vor allem jüngere Käufer greifen jetzt schon bevorzugt zur offenen Variante, weil man mit ihr gleich zwei große Emotionen ausleben kann: Offenfahren und Porsche-Fahren. Das Cabriolet wird zum Universalinstrument des komprimierten Fahrvergnügens. Hinzu kommen die Porsche-typischen Tugenden wie höchste Verarbeitungsqualität, langlebige Technik und beste Teileversorgung. Billig ist der Spaß im Unterhalt nicht, aber sein Geld wert.

Das müssen Sie über das 911 Cabriolet G-Modell wissen

LOHNEN SICH US-IMPORTE ?

Sie sind billiger, aber nicht besser. Der US-Trumpf Rostfreiheit ist eher das Argument. Schlechtere Wartungsdisziplin und geringere Leistung (3.0: 172/180 PS, 3.2: 207 PS) sprechen dagegen.

JE SPÄTER, DESTO BESSER ?

Ab 1986 ist so ein 911 Cabriolet ziemlich vollkommen. Sehr guter Korrosionsschutz, robusteres, laufruhiges G50-Getriebe. Aber Leistungsminderung durch G-Kat, 217 PS statt vorher 231.

GIBT ES EIN HARDTOP ?

Ab Werk gab es ab 1986 für 6.400 Mark ein Stahlblech-Hardtop, das zur Anpassung mitbestellt werden musste. Es nimmt die Coupé- Dachlinie auf. Das Kunststoff-Hardtop kam von Wiesmann.

ELEKTRISCHES VERDECK – JA ODER NEIN ?

Nice to have, aber im Alter eine Fehlerquelle wegen der Stellmotoren und Hydraulikzylinder. Es war ab Modelljahr 1987 ab Werk für rund 4.000 DM lieferbar – und Frauen lieben dieses Komfortextra.

CARRERA 3.2 ODER LIEBER 911 SC ?

Da regelt das Angebot die Nachfrage. Der SC wurde als Cabrio nur von Januar bis Juli 1983 gebaut, Stückzahl 4.097 Exemplare. Für den Carrera spricht der stärkere Motor mit hydraulischem Kettenspanner.

STÄRKEN:

Das einzigartige Fahrgefühl des Elfers, eine aufregende Mischung aus hoher Fahrdynamik, betörendem Sound und spielerischem Handling, bietet auch das Cabriolet. Hinzu kommt der Reiz des Offenfahrens. Außerdem ist jeder Elfer eine gute Investition, und das Cabrio hat seine Karriere noch vor sich.

SCHWÄCHEN:

Im Zweifel eine geringere Verwindungssteifigkeit als Coupé und Targa, außerdem ein unsportliches Übergewicht von 60 Kilo. Das Interieur ist schädlicher UV-Strahlung stärker ausgeliefert und altert schneller. Die einst teuerste 911-Variante kostet bislang noch nicht mehr als Coupé und Targa.

MOTOR KLASSIK-TIPP

Trotz seiner Seltenheit ist ein 911 SC Cabriolet etwa 5.000 Euro billiger als der 3,2-Liter, obwohl es schon in den Genuss des H-Kennzeichens kommt. Deshalb kann ein SC als Nischenmodell interessant sein. Seltene Porsche hatten immer Potenzial.

DAS RICHTIGE AUTO FÜR ...

... Leute, die einen offenen Vollblutsportwagen begehren. Das Elfer Cabrio kann alles außer Familie. Auch entspanntes Cruisen macht Freude.

Oldtimer Kaufberatung Porsche 911 G-Modell, Seitenansicht Porsche 911 G-Modell Kaufberatung Der beste Elfer-Kompromiss

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