A. Rivas
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Buggys und Strandautos von Fiat bis Trabant

Mit dem Auto an den Strand

Badesee statt Rekordhitze und Superstau: Strandautos setzen ihre Passagiere an die frische Luft und sind perfekt für den Sommer geeignet.

Strandautos wie zum Beispiel Fiat 500 Jolly, Citroën Méhari, Mini Moke, Renault 4 Plein Air und VW Buggy dienen nur einem Zweck: Mit möglichst wenig Blech zum Baden fahren. Sandburgen bauen statt Blechburgen fahren, könnte ihr Motto sein. Damit sind sie nicht unbedingt Erstwagen- und alltagstauglich, aber genau das Richtige, sich ein bisschen wie Königin Beatrix oder Gianni Agnelli zu fühlen. Die Königin der Niederlande ist auf einem DAF-Werbefoto in einem Kini des niederländischen Herstellers zu sehen – der vielleicht lustigste DAF überhaupt und ein Beweis, dass der Hersteller für lustige Autos eine gewisse Offenheit besaß. Kurios: Auch den Trabant Tramp, ursprünglich für die NVA gebaut, gab es für Zivilisten zu kaufen.

Agnelli und Ghia erfanden den Fiat Jolly 500

Ghia
Gianni Agnelli gab den Fiat 500 Jolly bei Ghia in Auftrag.

Den Auftrag für den Fiat 500 Jolly soll Gianni Agnelli gegeben haben. Der Playboy und Fiat-Chef brauchte ein kleines Auto, das er auf seiner 82 Fuß langen Yacht Agneta parken konnte. Ghia räumte einen Fiat 500 aus, sägte ihm das Dach ab, verstärkte die Bodengruppe und setzte Korbmöbel ein. Darüber spannte der Karossier eine Art Sonnenschirm. Das Auto wurde ein Erfolg, Yul Brunner, Grace Kelly und Lyndon B. Johnson fuhren einen – Aristoteles Onassis soll sogar drei Fiat 500 Jolly gehabt haben. Wenn heute einer der rund 100 überlebenden Strandwägelchen auf Basis eines Fiat 500 oder 600 auftaucht, bezahlen Käufer etwa das Doppelte wie für die geschlossenen Versionen – das war schon damals so.

Méhari, Moke und Meyers Buggy

Mini
Dem Mini Moke blieb der Militärdienst erspart. Hätte auch nicht zu ihm gepasst.

Für Fischer, Handwerker und Bauern baute Citroën den Méhari, nahm als Basis den 2CV. Statt einer blechernen Karosserie gibt es eine Außenhaut aus ABS-Kunststoff. Der Name stammt von einem Renn-Dromedar – dabei erfordern die 28 PS des Zweizylinder-Boxers eher eine heitere Gelassenheit als den Ehrgeiz eines Rennkamel-Treibers.

Völlig humorlos reagierte die britische Armee auf den Mini Moke: dienstuntauglich wegen mangelnder Geländegängigkeit. Sie begriffen nicht die Fröhlichkeit des Minimal-Mini, der stattdessen Australien und Südeuropa eroberte. Zwischen 1964 und 193 wurden in Australien und Portugal rund 50.000 Moke gebaut.

Meyers Idee mit dem Buggy

VW Buggy, Bruce Meyers
Hans-Dieter Seufert
Bruce Meyers erfand den Buggy zum Spielen am Strand und für Rennen im Sand.

Wie viele Buggy auf Käfer-Basis es gibt, ist eher schwierig zu sagen. Und daran ist unter anderem Bruce Meyers schuld. Der saß Anfang der Sechziger an einem kalifornischen Strand herum und sah Käfer-Fahrgestelle Kreise um Hot Rods fahren. Meyers dachte sich eine Karosserie aus, fertigte diese in Kleinserie und verkaufte schließlich Kits zum Selberbauen, als sich die Kleinserie als teuer und langwierig herausstellte. Weil er auf ein Patent verzichtete, bauten bald Nachahmer ebenfalls Buggys. Die Welle schwappte bis nach Europa, in Belgien baute Apal Buggys und in Deutschland Karmann. Irgendwann in den Siebzigern lief die Welle jedoch wieder aus. Sicherheit und Alltagstauglichkeit mögen eine Rolle gespielt haben.

Fazit

In den Sechzigern lagen Protest, der Geruch von Gras und die Klänge des „Summer of Love“ in der Luft. Dazu passt die Idee eines Buggy perfekt: ein nonkomformistischer Fluchtwagen und automobiler Protest, der auf dem Weg zum Strand dem Establishment eine Nase dreht und dabei die Sympathien auf seiner Seite hat.

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