Timossi-Ferrari Arno XI Rennboot RM Auctions
Timossi-Ferrari Arno XI Rennboot
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Timossi-Ferrari Arno XI Rennboot 12 Bilder

Timossi-Ferrari Arno XI Rennboot

Ein Ferrari fürs Wasser

Emotionales Design, leistungsstarker Antrieb, extrem hoher Preis – der Arno XI ist ein Ferrari fürs Wasser. Und ein ganz exklusiver noch dazu.

Der Wasserpfeil in „rosso corsa“ ist nämlich ein absolutes Einzelstück, dass bei einer Auktion von RM Auctions im Mai 2012 für satte 868.000 Euro versteigert wurde. In den darauffolgenden Jahren war das Rennboot im Ferrari-Museum in Maranello zu bewundern. Jetzt steht es wieder zum Verkauf. Der Preis? Steht noch nicht fest.

Günstiger dürfte der Fluten-Ferrari aber gewiss nicht werden. Schließlich handelt es sich beim Arno XI um einen Klassiker mit aufregender Historie, die in den 1950er-Jahren ihren Ursprung fand. Damals beauftragte der italienische Millionär Achille Costaldi den Bootsbauer Cantieri Timossi ein Rennboot zu bauen, um damit einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen. Costaldi hatte bereits seit den 40er-Jahren einige Rekorde auf dem Wasser eingefahren, nun sollte ein neuer Rekord in der 800-kg-Klasse her. Timossi war auf sogenannte Hydroplane-Boote spezialisiert, deren Konstruktion der von Katamaranen ähnelt. Bei diesen Booten läuft der Rumpf im Unterwasserbereich in zwei Kufen auseinander. Bei wachsender Geschwindigkeit wirken diese wie zwei Tragflächen, die das Boot aus dem Wasser heben. Die Konstruktion senkt somit den Widerstand des Wassers und ermöglicht hohe Geschwindigkeiten.

Ferrari-V12 aus einem Formel-1-Renner

Timossi-Ferrari Arno XI Rennboot
RM Auctions

Den Motor des teilweise rot lackierten und am Holzrumpf mit edlem Mahagoni furnierten Arno XI kaufte Costaldi bei Ferrari. Den Kontakt zu Enzo Ferrari stellte der ehemalige Formel-1-Rennfahrer Alberto Ascari her. Als der Ferrari-Chef erfuhr, dass das Speedboot in Ferrari-Rot einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellen sollte, lieferte er mit dem 385 PS starken 4,5-Liter-V12 eines der damals leistungsstärksten Triebwerke aus Maranello. Und schickte bei dieser Gelegenheit gleich noch einige Formel-1-erprobte Renningenieure mit.

Das Team nahm einige Umbaumaßnahmen vor und spendierte dem V12 unter anderem zwei zusätzliche Kompressoren und rüstete auf einen Methanol-Betrieb um. Die Maßnahmen resultierten in einer Leistungssteigerung auf 550 bis 600 PS. Ergebnis: Mit 150,49 mp/h (ca. 242 km/h) fuhr Costaldi mit dem Arno XI am 15. Oktober 1953 einen neuen Geschwindigkeitsrekord nach Hause, der in dieser Bootsklasse bis heute unerreicht ist.

Nach einem schweren Unfall bei einem weiteren Rekordversuch mit einem anderen Boot beendete Costaldi seine Karriere als Rennbootfahrer. Der Arno XI wechselte den Besitzer und war zunächst Ausstellungsobjekt einiger Shows bevor er in einer Papierfabrik nahe Mailand in Vergessenheit geriet. Ende der 90er-Jahre tauchte das Rekordboot wieder auf und wurde mit Hilfe von Ferrari mühevoll restauriert. Es ist bis heute das einzige Boot mit einem Antrieb der Scuderia Ferrari.

Fazit

Der Arno XI wurde zwar nicht von Ferrari gebaut, das Herzstück, der 4,5-Liter-V12 stammt jedoch aus Maranello. Mit dem 600 PS starken Triebwerk gelang dem damaligen Erstbesitzer und Auftraggeber für den Bootsbau ein bis heute gültiger Geschwindigkeitsrekord. Zum Jahrtausendwechsel wurde das Rennboot von Ferrari aufwändig restauriert. Es darf also getrost als ein echter Ferrari bezeichnet werden.

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