Ott Tänak - Toyota Yaaris WRC - Rallye-WM - Argentinien 2018 xpb

Rallye Argentinien 2018

Tänak siegt für Toyota

Die Show gehörte in Argentinien ganz klar Ott Tänak. Der Este war in seinem Toyota Yaris WRC nicht zu halten. Thierry Neuville verkürzte als Zweiter den Abstand auf den WM-Führenden Sébastien Ogier, der sich mit Rang vier begnügen musste.

Toyota ist im Moment eine One-Man-Show. Neuzugang Ott Tänak hat sich seinen Yaris auf jedem Geläuf einmal angeschaut, dann schritt er in Sachen Abstimmung zur Tat. Er überzeugte Ingenieure und Teamkollegen, das Auto deutlich weicher abzustimmen, als gewohnt. Bei seiner fünften Rallye im Toyota hat er sich das Auto zu Eigen gemacht. Tänak ist das neue Lieblingskind von Tommi Mäkinen. Der viermalige Weltmeister glaubt im Esten ein Stück von sich selbst zu erkennen.

Tänak mit souveräner Vorstellung zum Sieg

Und Tänak stellte bei der Rallye Argentinien 2018 unter Beweis, dass er ein ähnlicher Killer-Typ sein kann wie einst sein Teamchef. Gut, Tänak hatte das Glück des Tüchtigen. Am Freitag traf er einen Stein, der die Servolenkung zerstörte, aber allzu weit musste der Este die schielenden Vorderräder nicht mehr bis zum rettenden Service wuchten. Davon abgesehen: Zehn von 18 Bestzeiten sind eine deutliche Sprache. Am Freitag schon mit 22 Sekunden vorn, zog Tänak am Samstagmorgen im Nebel einfach auf und davon. Das Endergebnis war schlussendlich der Sieg bei der Rallye Argentinien 2018.

Wenn es irgendeine Truppe hätte schaffen können, die neue Nummer eins bei Toyota aufzuhalten, dann wäre es Hyundai gewesen. Der i20, auf korsischem Asphalt noch eine Enttäuschung, funktionierte auf argentinischem Schotter ganz ausgezeichnet. Es sei dahingestellt, inwieweit der neue, mit Stirnrädern statt Steuerkette arbeitende Ventiltrieb das Auto beflügelte, das Team aus Alzenau zeigte jedenfalls eine geschlossene Mannschaftsleistung. Bis Tänak das Zepter übernahm, führte Andreas Mikkelsen die Rallye an, Thierry Neuville etablierte sich alsbald auf Rang zwei, und Dani Sordo zog als Dritter seinem Verfolger Ogier früh jeden Zahn, dass man ihn von seiner 44. Podiumsplatzierung noch verdrängen könnte.

Neuville macht Boden gut auf Ogier

Trotz des im argentinischen Herbst durchaus groben Geläufs, rückten die meisten Fahrer zur Gewichtsersparnis meist mit nur einem Ersatzrad aus. Als sich Mikkelsen direkt nach der ersten Mittagspause einen Reifenschaden einfing, musste der Norweger das Tempo drosseln, denn ein zweiter Plattfuß hätte aus verkehrstechnischen Gründen das Aus bedeutet. 40 Sekunden Rückstand waren gegen einen Tänak in Hochform zu viel. Und nachdem Mikkelsen auch im Nebel einiges an Zeit verlor, fand er sich auf Rang fünf wieder, von dem er nicht mehr herunterkam. Zwar hatte er sich auf den ersten zwei von drei Prüfungen am Sonntag von knapp 15 Sekunden auf knapp vier an Ogier herangearbeitet, aber der beste Fahrer der Welt ist auf der Powerstage eine Bank. Sébastien Ogier wurde auf El Condor II Zweiter, Mikkelsen Dritter. Die Positionen blieben unverändert.

Thierry Neuville riskierte auf den letzten 16,4 Kilometern am meisten und wurde mit der Bestzeit und fünf Extra-Punkten belohnt. Der Belgier machte auch ohne Sieg mit Rang zwei sieben Punkte auf Ogier gut. Der wiederum verpasste die finale Bestzeit nur um vier Zehntel, konnte den Atem des ihn jagenden Mikkelsen aber noch spüren, denn der lag nur sechs Zehntel hinter ihm.

Anfangs konnte Ogier den Anschluss nach vorn noch halten, aber schon am Freitagnachmittag musste er nach 22 verlorenen Sekunden auf den letzten zwei Tagesprüfungen abreißen lassen. Selbstkritisch befand er als Vierter im Ziel, dass er im Nebel am Samstag womöglich etwas zu vorsichtig zu Werke gegangen war, aber der 34-Jährige gestand, dass er nicht bereit war, größere Risiken einzugehen. „Vielleicht werde ich langsam alt“, lautet seine Analyse. Wie gewohnt, behielt der Franzose den Blick aufs große Ganze. Zwölf Punkte für Rang vier und noch mal vier Zähler für den zweiten Platz in der Powerstage; für ein nicht so tolles Wochenende sind 18 Punkte ein prima Ergebnis.

Motorsport Motorsport Sebastien Ogier - Rallye Korsika 2018 Ogier fährt locker zum Sieg Rallye Korsika 2018

Sebastien Ogier hat die Rallye Korsika gewonnen.

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