Colin McRae zwischen den Stühlen

Foto: McKlein

Der schottische Ex-Weltmeister hat bei Skoda abgesagt, und auch bei den anderen Teams sieht es für eine Rückkehr in die Ralllye-WM nicht gerade rosig aus.

2005 hat Colin McRae bisher lediglich einen Termin: Die Rallye Dakar von Neujahr bis zum 16. Januar. Der Schotte würde seinen Nissan-Vertrag danach gern erneuern und auch einige Läufe zum Marathon-Weltcup fahren. Die gesamte Offroad-Serie will er allerdings nicht bestreiten, denn McRae möchte sich den Terminkalender für die Rallye-WM frei halten.

Der Weltmeister von 1995 macht keinen Hehl daraus, dass er neben den knapp zwei Tonnen schweren und 280 PS schwachen Geländewagen wieder World Rally Cars mit 330 PS bewegen möchte. "Die Situation ist völlig offen. Ich rede mit allen", sagte McRae noch vor einer Woche, mit einem Team redet er nun nicht mehr: Bei Skoda sagte er ab.

Colin McRae: "16 Läufe sind zuviel"

"Das gesamte Paket war nicht das, was ich brauche" sagte der 36-Jährige. Was McRae nicht sagte: Skoda konnte auch McRaes Paket nicht brauchen. Der Ex-Champion will zum einen nicht die komplette Saison fahren. "16 Läufe sind zu viel. Die Hälfte wäre perfekt." McRae würde bei den restlichen Läufen gern seinen Schützling Chris Meeke in einem Werks-Auto unterbringen. Von dessen Qualitäten sind aber die Entscheidungsträger der Hersteller nicht allzu überzeugt. Das Paket McRae und Meeke ist ihnen zu sperrig.

Dass er außer für das Showrennen Memorial Bettega wieder in einen Subaru steigt, schließt McRae aus. Neben Skoda verhandelte der Highlander mit Citroën und Ford. Doch bei den Franzosen ist ihm Francois Duval zuvorgekommen. Bliebe noch sein vorletzter Arbeitgeber. Doch Ford angelt gerade Toni Gardemeister und bevorzugt wegen eines knappen Budgets einen zweiten Fahrer mit Mitgift. Bei Mitsubishi steht Harri Rovanperä als zweiter Mann neben Gilles Panizzi vor McRae in der Schlange, und Peugeot ist mit Marcus Grönholm und Markko Märtin ohnehin besetzt.

Colin McRae: "WRC hat Vorrang"

Nach seinem beeindruckenden Debüt 2004 könnte McRae auf jeden Fall wieder in Le Mans antreten. Ein Ferrari-Test für das 24 Stundenrennen ist bereits angesetzt. Doch McRae will nicht voreilig zusagen: "Ein WRC-Projekt hätte definitiv Vorrang." Doch angesichts all der zufallenden Türen hält sich der Optimismus in Grenzen: "Kein Team geht einen längerfrisitgen Vertrag ein, wenn Ende 2005 drei Top-Fahrer auf den Markt kommen." Dann nämlich wollen sich Peugeot und Citroën zurückziehen.

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