Duval fährt Ford an die Spitze

Foto: McKlein

Mit einer Bestzeit in der ersten Super Special der Rallye GB unterstrich der Belgier Francois Duval seinen Marktwert. Hinter ihm sortierten sich Sebastien Loeb (Citroen) und Markko Märtin (Ford) ein.

Die Ergebnisse der ersten Sonderprüfung - eine 2,76 Kilometer lange Drifttour im Dockgelände von Cardiff - sind nicht entscheidend für den Ausgang der Rallye. Aber sie lassen Luft für Spekulationen, mit denen sich der "Zirkus" den ganzen Tag beschäftigte.

Locker an diesem Auftakttag zur England-Rallye zeigte sich besonders die Citroen-Truppe. Chef Guy Frequelin verhandelte mit dem Esten Marko Märtin, der vielleicht im nächsten Jahr keine Heimat mehr bei Ford finden wird. Er verhandelte auch mit dem Belgier Francois Duval, der von Ford schon seit der Rallye Japan frei gestellt worden war. Aber: Letztlich hängt auch Frequelins Entscheidung davon ab, ob nicht doch Senior-Star Carlos Sainz weiter fahren wird, vielleicht die ganze Saison über, vielleicht nur ein paar Rallies. Frequelin: "Ich werde abwarten - ich habe Zeit.“ Höchst relaxed gab sich auch der derzeit Punktbeste im WM-Kader, Sebastien Loeb: "Ich will hier nicht unbedingt um den Sieg kämpfen, es ist wichtiger Punkte zu machen.“ Und: "Ich liebe es, wenn Rallies schnell und ziemlich rutschig sind.“ Auch Carlos Sainz zeigte sich als Grande: "Ich würde gern eine neue Abstimmung fahren, die wir in Sardinien erarbeitet haben, aber ich traue dem Wetter nicht.“

Dem traut übrigens keiner der Fahrer, obwohl alle überzeugt davon sind, dass es in dieser Jahreszeit deutlich weniger Nebel geben wird als sonst bei den bisher üblichen November-Terminen der Rallye.

Petter Solberg, der Schnellste beim morgendlichen Shakedown, obwohl er seinen Subaru ebenso leicht angeschlagen hatte wie sein Teamkollege Mikko Hirvonen, klagte: "In den Vorjahren wusste man über das Wetter immer Bescheid - es war kalt und rutschig. In diesem Jahr ist nichts sicher - die Reifenwahl wird sehr kritisch werden.“

Ziemlich kritisch sieht auch das Peugeot-Team die nächsten Tage. Ganz positiv bei den Löwen ist nur der junge Daniel Carlsson, der zum ersten Mal einen Peugeot 307 mit Viergang-Getriebe fahren darf. Carlsson strahlte: "Es ist ein Traumauto im Vergleich zu den 206, die ich bis jetzt immer fuhr.“ Marcus Grönholm und Harri Rovanperä sind mit Fünfgang- Getrieben unterwegs und hoffen, dass deren Unarten ausgetrieben sind. Aber über die Abstimmung der Wagen ist man sich nicht einig - Grönholm zweifelte: "Am Ende wird es doch keine Schlammschlacht, sondern ein Highspeed-Gefecht.“

Für Corrado Provera ist derzeit alles Highspeed: Seine Kritik an der FIA - "Man hat den Eindruck, als könnten die nicht denken!“ - sein Ärger über nicht ausreichende Medienpräsenz bei den Rallies und seine Personalprobleme im Team: Geht sein Topmann Marcus Grönholm gar zu Erzfeind Citroen? Gelingt es, statt Grönholm den Esten Markko Märtin von seinen intensiven Citroen-Verhandlungen abzubringen? Immerhin, der Oberlöwe ist sicher: "Allen Gerüchten zum Trotz wird Peugeot im nächsten Jahr fahren. Und auch in der Zukunft, wenn sich die FIA endlich auf mehr Logik besinnt.“ Und wenn die FIA das nicht tut ? Corrados Antwort: "Dann wird sich vielleicht auch für Peugeot die Frage stellen, ob ein solches Engagement noch sinnvoll ist.“

Diese Frage stellt sich derzeit ganz intensiv bei Ford - nichts ist klar für das nächste Jahr. Teamchef Malcolm Wilson: "Ich mache mir um das Team Gedanken, um meine 160 Mitarbeiter. Und ich mache mir um die Zukunft Gedanken - vielleicht wird es so weit kommen, dass wir im nächsten Jahr nur einige Rallies fahren können und nicht um irgendwelche Titel. Ich würde das auch tun, wenn ich nur wüsste, ob wir das Budget für den künftigen Focus bekommen werden.“

Nach der Wales Rally GB allerdings wird Wilson das nicht wissen – ebenso wenig wie Guy Frequelin oder Corrado Provera ihre Fahrerprobleme anschließend gelöst haben werden.

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