Ford präsentiert Rallye-Focus für 2006

Foto: Ford 5 Bilder

Auf der Bologna-Motorshow zeigt Ford das neue Rallye-Sportgerät erstmals in voller Kriegsbemalung. Spätestens 2007 soll mit dem Focus RS WRC 06 der Weltmeister-Titel an Land gezogen werden.

Seine Feuertaufe hat der neue Focus WRC schon hinter sich. Bei der Australien-Rallye wurde Roman Kresta Sechster, Toni Gardmeister fiel mit Wasserpumpendefekt auf der vorletzten Prüfung aus. Dennoch war Sportchef Jost Capito zufrieden. Gardemeister turnte vorübergehend auf Rang drei herum, beide Fahrer konnten je eine Bestzeit setzen.

Und das, obwohl der neue Focus technisch weniger aufgerüstet ist als sein Vorgänger. Das Reglement verbietet 2006 elektronisch geregelte Differenziale an Vorder- und Hinterachse. Auch bei den Materialien musste Technik-Chef Christian Loriaux zurückrüsten. Da teures Titan künftig nicht mehr verwendet werden darf, sind Kardan- und Antriebswellen nun aus Stahl gefertigt und etwas voluminöser geraten.

Massive Neuerungen haben bei der Kraftübertragung Einzug gehalten. Das Längsgetriebe, das der Vorgänger zwecks besserer Gewichtsverteilung erhielt, wich einer quer eingebauten Schaltbox von Ricardo. "Diese Lösung spart Platz und wir haben so weniger Reibungsverluste", sagt Loriaux. Die Kraftumlenkung vom Quermotor auf das Längsgetriebe fraß bis zu acht Prozent der Motorleistung.

Fünf Gänge reichen aus

Der Zweiliter-Turbomotor von Tuner Pipo Moteur ist laut Fahrer Gardemeister spürbar kräftiger. Ein Luftmassenbegrenzer mit 34 Millimeter Durchmesser begrenzt die Leistung offiziell auf 300 PS, tatsächlich leisten die World Rally Cars bis zu 330 Pferdestärken. Weil der Vierzylinder auch erheblich an Drehmoment gewann und das nutzbare Drehzahlband wuchs, rüstete Loriaux das Getriebe von sechs auf fünf Gänge um. Auch diese Maßnahme spart Platz und Gewicht.

Dank breiterer Front wuchsen die Kühllufteinlässe. "Trotzdem haben wir versucht, den Luftwiderstand so gering wie möglich zu halten", sagt Loriaux. Das steile Heck des neuen Focus war den Designern dagegen hoch willkommen. So wird der Heckflügel besser angeströmt.

Fetischist für Schwerpunktabsenkung

Loriaux ist bekannt als Fetischist für Schwerpunktverlagerungen. Der neue Aluminium-Motorblock half, Gewicht und Frontlastigkeit zu reduzieren. Ford prahlt, man habe einige radikale Lösungen gefunden, um den Schwerpunkt deutlich abzusenken, wie dies gelang, soll geheim bleiben. Schon beim Debüt in Australien verschwanden die Autos beim Service sofort hinter Sichtschutzplanen.

Obwohl der neue Focus sich auf Anhieb konkurrenzfähig zeigte, und kein anderes Team so weit mit der Entwicklung der neuen WRC-Generation ist, backt Sportchef Capito kleine Brötchen. 2006 sollen die Fahrer Marcus Grönholm und Mikko Hirvonen den Focus weiterentwickeln und sich auf ihr neues Arbeitsgerät einschießen, erst 2007 und 2008 will man den Titel holen. Somit ist die Saison 2006 die vierte Übergangssaison für Ford in Folge. Zuletzt gewann die Marke mit der Pflaume 1979 die Marken-Weltmeisterschaft.

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