Hirvonen oder Märtin bei Ford

Foto: Ford

Ford-Teamchef Malcolm Wilson will nach der Rallye Australien die Fahrer-Frage für die kommende Saison entscheiden. Der Finne Mikko Hirvonen und der Este Markko Märtin sind die übrig gebliebenen Kandidaten für das zweite Werks-Cockpit neben Marcus Grönholm.

"Ich habe noch nichts gehört. Dazu ist es auch noch zu früh", sagt Ford-Werksfahrer Toni Gardemeister. Wenn sich der Finne da nicht täuscht. Noch vor dem Start zum letzten Lauf in Australien bekannnte Teamchef Malcolm Wilson gegenüber der Zeitschrift "Autosport", dass sich aus einer ursprünglich fünf Namen umfassenden Liste zwei herauskristallisert hätten. "Es läuft auf Mikko oder Marcus hinaus", sagt Wilson. "Ich will aber erst die Rallye Australien abwarten und sehen, wo wir mit dem Auto stehen."

Wilsons Argumentation: Sollte das Auto nicht konkurrenzfähig sein, müsste er noch einmal einen großen Teil des Budgets in die Weiterentwicklung stecken. Dieses Geld würde bei den Fahrergehältern fehlen. Beim Shakedown zur Rallye Australien trat der neue Focus WRC erstmals gegen die WM-Konkurrenz an. Roman Kresta und Toni Gardemeister waren etwa drei Sekunden langsamer als die Spitze. Wilson gab sich zufrieden: "Glaubt es oder nicht. Wir hatten kein einziges technisches Problem."

Fragezeichen hinter Märtin

Der Vergleich mit der Konkurrenz hinkt. Der neue Focus fährt schon nach den restriktiveren technischen Regeln des kommenden Jahres, also mit passiven Differenzialen vorn und hinten. "Eigentlich wollten wir mit einem Interimsauto antreten, aber wir schon weitgehend die endgültige Version für 2006 fertig", sagt Chefkonstrukteur Christian Loriaux.

In der Fahrerfrage spricht für Markko Märtin, dass er das Team aus seiner Zeit von 2002 bis 2004 kennt und fünf Siege für Ford eroberte. Seit einer schwierigen Saison bei Peugeot und dem Tod seines Beifahrers Michael Park steht hinter den Qualitäten des Esten jedoch ein Fragezeichen.

Mikko Hirvonen wurde zwar Ende 2004 bei Subaru unehrenhaft entlassen, der 24-jährige Finne sorgte jedoch in einem privat eingesetzten Ford in diesem Jahr für Furore. Vor allem den dritten Rang auf ungeliebtem Asphalt in Spanien hätten auch Experten dem jungen Finnen kaum zugetraut. Hirvonen hat einen weiteren Vorteil: Er ist billig zu haben. Für Kresta und Gardemeister sind die jüngsten Äußerungen des Teamchefs ein Schlag ins Gesicht. Sie sind schon vor Saisonende Auslaufmodelle.

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