Neue Sicherheitsdiskussion nach Deutschland-Rallye

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Das 2004 geltende Verbot von Schotter-Spionen sorgt mehr denn je für Unmut unter den Fahrern. Nach den schweren Unfällen am zweiten Tag des deutschen WM-Laufes haben die Diskussionen über Sicherheit und Kosten wieder begonnen.

Der Veranstalter der Rallye Deutschland engagierte vor der Rallye den dreimaligen deutschen Meister Dieter Depping, um für alle Teilnehmer die Prüfungen abzufahren und gefährliche Stellen im Streckenaufschrieb zu markieren. "Das ist viel zu ungenau", schimpfte der von seinem Argentinien-Crash immer noch nicht voll genesene Markko Märtin schon vor der Rallye. "Wenn es in Baumholder regnet", brauchen wir eigentlich wieder unsere Schotter-Spione."

"Uns ist klar, dass wir die Buhmänner sind, wenn es nicht klappt", sagte Dieter Depping. Es klappte nicht, aber in der Kritik standen am Ende andere. Nachdem sich Marcus Grönholm schon in der ersten Kurve der ersten Prüfung ins Unterholz verabschiedet hatte, und am zweiten Morgen in kurzer Folge Gilles Panizzi und Petter Solberg heftig abflogen, entlud sich der Ärger einiger Teams gegenüber der Sporthoheit: "Die Herren von der FIA müssen nur in den Spiegel schauen, wenn sie wissen wollen, wer die Verantwortung trägt", sagte Toni Gardemeisters Beifahrer Paavo Lukander. "Das hat mit Rallyefahren nichts mehr zu tun. Es ist ein reines Glücksspiel." "Ich bin kein Fahrer und habe deshalb keine Meinung dazu", sagte Jacques Berger, technischer Delegierter der FIA.

Gilles Panizzi: "Schnell und gefährlich"

Gilles Panizzi, der mit Prellungen am Oberarm und am Knie glimpflich davon kam, sieht das Problem in der Charakterisitk der Prüfungen: "Sie sind sehr schnell und überall hast du mit Bäumen oder Felsen stabile Hindernisse. Wenn es dann regnet, ist es noch schneller und gefährlicher." "Zumindest, um zu wissen, wo es nass ist, wären die Schotter-Spione notwendig", sagt Manfred Hiemer, Beifahrer bei Armin Schwarz.

Während einige Aktive zukünftig die Prüfungen auf dem Truppenübungsplatz Baumholder lieber meiden würden, brachten die unterschiedlichen Beläge und Fahrbahnzustände andere nicht aus der Ruhe: "Das ist eben hier kein Picknick", sagte Sébastien Loebs Copilot Daniel Elena.

Auch bei der vom schwersten Unfall betroffenen Subaru-Mannschaft suchte man nicht die Schuld bei Strecke, Wetter oder Sportbehörde: "Das ist ein Unfall, wie er jederzeit passieren kann", sagte Teamchef David Lapworth. "Schnell und gefährlich sind auch die Prüfungen in Australien oder Korsika."

Marcus Grönholm: "Wäre vielleicht gewarnt worden"

Marcus Grönholm, der nach seinem Ausritt außerhalb der Wertung die Rallye weiterfuhr beschwerte sich dagegen: "Hätten wir wieder Schotter-Spione, wäre ich vielleicht vor der glatten Stelle gewarnt gewesen. So hatte ich keine Chance." Anderer Meinung war der drittplatzierte Citroen-Pilot Carlos Sainz: "Bei desen Bedingunen, hätten auch Schotter-Spione nichts gebracht." Die FIA hat das vorherige Abfahren der Prüfungen durch Schotter-Spione in diesem Jahr untersagt. Grund ist die angebliche Kostenersparnis.

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