Peugeot trennt sich von Michelin

Foto: McKlein 33 Bilder

Das Peugeot-Werksteam will seine ungeliebte Schwester Citroën in der Rallye-WM durch einen Reifenwechsel ausbremsen. Die sechsjährige Ehe mit Michelin wird einem Dreijahres-Vertrag mit Pirelli geopfert.

Zur Rallye Monte Carlo 2005 werden die Peugeot 307 auf Pirelli-Reifen ausrücken. Laut Peugeot-Mitteilung sprächen die bisherigen Ergebnisse für einen Wechsel zum italienischen Reifenhersteller. Wie in solchen Fällen üblich, dankt das Löwen-Team seinem bisherigen Ausrüster Michelin für die Zusammenarbeit. Zusammen gewann man in den vergangenen sechs Jahren drei Marken- und zwei Fahrer-Weltmeisterschaften.

Die Pirelli-Gummis galten in den letzten Jahren als nur bedingt konkurrenzfähig. Besonders auf trockenem Asphalt war mit den italienischen Reifen kein Blumentopf zu gewinnen. Der Fahrer-WM-Titel von Petter Solberg 2003 brachte die Michelin-Kunden erstmals ins Grübeln. "Es gibt nur noch drei echte Asphalt-Rallyes", sagt Peugeot-Pressesprecher Jean-Claude Lefebre und ergänzt: "Auf nassem Asphalt sind die Pirellis dagegen deutlich überlegen." Auf grobem Schotter oder Schlamm stand die Klasse der Pirelli ohnehin nicht in Frage.

Rolle wie bei Ferrari und Bridgestone

Doch nicht nur die reinen Ergebnisse brachten Peugeot-Sportchef Corrado Provera zum Umdenken. Der Wechsel hat auch politische Gründe: Bei Michelin ist Peugeot nur einer von fünf Kunden, Pirelli beliefert dagegen nur Subaru. Das Löwen-Team verspricht sich bei Pirelli eine deutlich bevorzugtere Behandlung, ähnlich wie sie Ferrari in der Formel 1 bei Bridgestone genießt. So erhofft sich Provera einen Vorteil gegenüber der Konzernschwester Citroën, die 2003 und 2004 deutlich erfolgreicher ist als Peugeot.

Während Peugeot seit exakt einem Jahr nicht mehr gewonnen hat, eroberte die kleine Schwester die Marken-WM und führt nach fünf Siegen auch in dieser Saison deutlich. Dass mit dem neuen Reifenhersteller die Zeichen für Peugeot wieder auf Erfolg stehen, ist allerdings eine gewagte Prognose. Bei acht Rallyes dominierte Pirelli lediglich in Mexiko und Griechenland. Sechs von acht möglichen Siegen gingen an Michelin. Auf den französischen Pneus wurden 110 Bestzeiten erzielt, auf den italienischen lediglich 44.

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