Rallye Argentinien

Sainz siegt souverän

Foto: McKlein

Citroen-Matador Carlos Sainz durfte seinen Traum wahr machen - er siegte zum dritten Mal in Argentinien und fuhr damit, als erster Pilot der Welt, insgesamt 26 Rallye- WM-Siege ein. Hinter ihm platzierte sich Sebastien Loeb, auch auf Citroen. Francois Duval auf einem Ford Focus wurde Dritter.

46 Wagen - davon 32 Teams in Wertung von anfangs 69 - zogen aus in den dritten Tag der Rallye. Die Temperaturen lagen bei gerade mal fünf Grad am Morgen, in den Bergen herrschte vormittags Frost. Kein Lüftchen ging. Zu absolvieren waren heute fünf Prüfungen mit einer Länge von insgesamt knapp 85 Kilometern. Als Königsetappen des Tages galten die zwei Klassiker Giulio Cesare (22,26 km) und El Condor (16,77 km) als Finalisten.

Im Grunde war schon klar, dass sich am letzten Tag der Rallye nicht mehr viel im Klassement tun würde - zumindest nicht unter den ersten acht in der Wertung, unter denen sich auch die sechs “Punktemacher“ befanden. Mehr waren von den einst zehn aktiven Werksfahrern nicht übrig. Deshalb konnte jeder der Überlebenden, falls er denn die Zielrampe sah, mit mindestens drei Zählern rechnen.

Sainz & Co. lassen behutsam angehen

Leader Carlos Sainz (Citroen) tat in der ersten WP der ersten Dreiergruppe recht wenig: Er ließ seinen Teamgefährten Loeb Bestzeit fahren, vor Harri Rovanperä (Peugeot), Mikko Hirvonen (Subaru) und Francois Duval (Ford). Der Belgier litt unter der sehr tief stehenden Sonne und dem Staub über den Pisten, der hängen blieb, obwohl die Autos in Drei-Minuten-Abständen gestartet wurden. Der führende Spanier schaltete auf “ Fahr-den-Sieg-nach-Hause “-Modus und begnügte sich mit dem fünften Platz, gerade mal sieben Zehntel Sekunden vor Gilles Panizzi. Der Grund: Carlos hatte immer noch einen Vorsprung von 1 Minute 23,4 Sekunden vor seinem Citroen-Kollegen. Dem nahm der Torrero auf der folgenden Sonderprüfung drei Sekunden ab - der Ordnung halber und um jegliche Gedanken des Citroen-Chefs an Stallregie im Keim zu ersticken. Topzeit lieferte Rovanperä (Peugeot), seine dritte bei dieser Rallye und die erste, nimmt man einmal die zwei Bestzeiten bei der gestrigen Show-Einlage der Super-Specials aus.

Hinter Sainz auf dem zweiten Platz sortierten sich Hirvonen, Loeb, Duval und Panizzi. Seine erste Bestzeit in diesem Jahr fuhr anschließend auf der 19,19 km-Strecke von Cosquin der junge Mikko Hirvonen (Subaru): Er brannte Rovanperä (Peugeot) 5,6 Sekunden über, gab dem Leader Sainz (Citroen) glatte sechs, Duval (Ford) über sieben und Loeb (Citroen) fast zehn Sekunden.

Warten auf El Condor

Nach dem letzten Service der Rallye bereiteten sich die Überlebenden der Werksteams auf die zwei härtesten Sonderprüfungen vor, vielleicht die härtesten in der ganzen Weltmeisterschaft. Carlos Sainz als Leader: "Sicher und langsam, das ist das Thema. Überall liegen riesige Brocken, die müssen wir vermeiden.“ Sein Team-Kollege Sebastien Loeb am zweiten Platz meinte: "Ich riskiere nichts. Ich will Punkte, will meinen Rhythmus behalten.“ Francois Duval (Ford) an dritter Stelle: "Ich fahre langsam - also fahre ich schlecht. Ich will aufpassen.“ Mikko Hirvonen im Subaru dahinter: "Ich darf nicht zu langsam werden, dann bin ich nicht konzentriert.“ Harri Rovanperä am fünften Platz klagte: "Wir haben nur noch weiche Reifen, die sind hier nicht so gut.“

El Condor pasa – Sainz triumphiert

Rovanperä (Peugeot) beendete die erste der zwei Mörderetappen als Top-Mann, gefolgt von Hirvonen (Subaru), dem Rallye-Leader Sainz auf Citroen, Panizzi (Mitsubishi), Loeb (Citroen) und Duval (Ford). Sainz war drei Sekunden schneller als Citroen’s zweiter Mann - jetzt hatte der Spanier nur mehr El Condor und dessen 16,77 steinige Kilometer vor seinem 26. Rallye-WM-Sieg unter die Reifen zu nehmen. Der Sieger Carlos Sainz fuhr in der allerletzten Wertungsprüfung nur viertbeste Zeit - er ließ Rovanperä, Loeb und Hirvonen vor. Dennoch wird er mit diesem Sieg in die Annalen eingehen, denn ausser ihm haben bisher nur Miki Biasion und Tommi Mäkinen die Argentinien-Rallye drei Mal gewonnen.

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