Rallye Deutschland (Tag 2)

Latvala baut Führung aus, Ogier crasht erneut

Rallye Deutschland WRC  2014 Foto: McKlein 27 Bilder

Anders als im Vorjahr behielt VW-Werksfahrer Jari-Matti Latvala bei seinem zweiten Auftritt im VW Polo auf der 2. Etappe die Nerven und setzte sich weiter vom Feld ab. Spannung verspricht der Kampf um Platz drei.

Es waren nicht nur hohle Worte, als Jari-Matti Latvala beim Start der Deutschland-Rallye seine Schwäche für die Prüfungen auf der Panzerplatte des Truppenübungsplatzes Baumholder gestand. Auf der zweiten Etappe des deutschen WM-Laufes im Hunsrück sicherte sich der Finne auf allen vier Prüfungen des Militärgeländes bei Idar-Oberstein Bestzeit.

Ohne sich allzu sehr anzustrengen, setzte er sich vom Rest des Feldes langsam aber sicher weiter ab. Im Etappenziel liegt der Vorsprung vier Prüfungen vor Schluss auf den Citroën-Fahrer Kris Meeke nun bei 56,6 Sekunden. Der Nordire zeigte auch am zweiten Tag eine starke Leistung. Stark bedrängt von den Hyundai-Fahrern Thierry Neuville und Dani Sordo ließ sich Meeke nicht nervös machen, obwohl im Neuville zeitweilig bis auf vier Zehntelsekunden auf die Pelle rückte. Dabei hatte Meek Glück, als er unschuldig durch ein Missverständnis in einen Verkehrsunfall verwickelt wurde. Doch sein DS3 kam mit leichten kosmetischen Blessuren davon.

Aus für Ogier nach erneutem Abflug

Verfolger Neuville beendete den Tag als Dritter mit 1,01 Minuten Rückstand. Bei einer Differenz von nur 4,3 Sekunden auf Rang zwei können sich die Fans auf einen spannenden Sonntag freuen. Ein wenig abreißen lassen musste Vorjahressieger Dani Sordo, dem nach einem zu vorsichtig angegangenen Morgen und einem Highspeed-Dreher am Nachmittag nun knapp 26 Sekunden auf Neuville fehlen. Ausgeschieden ist dagegen Bryan Bouffier im dritten i20 WRC. Der Franzose rumpelte in Baumholder gegen einen Hinkelstein.

Für die heftigste Einlage des Tages allerdings sorgte wie schon am Freitag Weltmeister Sébastien Ogier im VW Polo. Der Franzose formte auf der zweiten Tagesprüfung nach einem schnellen Rechtsknick samt Kuppe mit verunglückter Landung 30 Meter Leitplanke zu einem Konzeptkunstwerk um. Weil sein Polo am Überrollkäfig beschädigt war und in den erlaubten drei Stunden nicht zu reparieren, ist der Tabellenführer nun endgültig aus dem Rennen. "Das wichtigste ist, dass mein Beifahrer Julien Ingrassia und ich unverletzt sind, denn der Einschlag war heftig“, sagte Ogier.

Andreas Mikkelsen konnte im dritten Werks-Polo das Tempo ganz vorn nicht ganz mitgehen, verteidigt aber Rang fünf und liegt mit zehn Sekunden Rückstand auf Platz vier noch in Schlagdistanz zu Sordo. Aber Mikkelsen muss auch nach hinten blicken, auf den am regnerischen Nachmittag schwierigen Strecken kam Routinier Mikko Hirvonen im Ford immer besser in Fahrt. Der Finne verdrängte Teamkollege Elfyn Evans von Platz sechs und liegt nur 16 Sekunden hinter Mikkelsen.

VW kurz vor der WM-Verteidigung

Auch hinter dem siebtplatzierten Evans bleibt es interessant, denn der spürt den Atem von Mads Östberg im zweiten Citroën, der nur 1,2 Sekunden hinter dem Waliser auf Platz acht lauert. Erst zum besten Privatfahrer Martin Prokop auf Platz neun klafft eine Lücke von 2.10 Minuten.

Trotz eines kleinen Ausrutschers am Freitag, der über vier Minuten kostete, ist Robert Kubica im dritten M-Sport-Ford wieder in den Top Ten. Eine starke Leistung am Morgen und eine frühe Startposition bei einsetzendem Regen am Nachmittag bescherten dem Polen zudem wie beim Auftakt in Monte Carlo zwei Bestzeiten.

Das Tempo des Vortages nicht ganz halten konnte Christian Riedemann in der WRC3-Wertung. Der deutsche Citroën-Junior verlor gegenüber dem Franzosen Stéphane Lefebre kontinuierlich an Boden und liegt nun 48,5 Sekunden hinter ihm. Dennoch war der Tag erfolgreich, denn durch den Ausfall des Franzosen Camilli rückte der Sulinger auf den zweiten Gruppenrang vor. Bester Deutscher ist wie am Vortag Armin Kremer im Skoda Fabia auf Rang 17.

Ganz vorn liegen die Deutschen dagegen in der Blitztabelle der Marken-WM: Sollte sich am Ergebnis der ersten acht im Gesamtklassement auf den vier verbleibenden Prüfungen des Sonntags nichts ändern, ist VW trotz Ogiers Totalausfall vorzeitig Weltmeister.

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