Rallye GB

Dramatischer Kampf um den Sieg

WRC Rallye GB 2008 Foto: McKlein 54 Bilder

Der Kampf um den Sieg beim Saisonfinale der Rallye-WM in Wales war an Dramatik kaum zu überbieten. Jari-Matti Latvala, der als Führender in den letzten Tag gestartet war, lieferte Weltmeister Sebastien Loeb einen erbitterten Kampf um Zehntelsekunden.

Loeb siegte mit 12,7 Sekunden Vorsprung vor Latvala. Dritter wurde Dani Sordo im zweiten Citroen. Citroen-Sportchef Olivier Quesnel hatte am Samstag Abend (6.12.) die Taktik geändert. Statt im Hinblick auf die Marken-WM abwartend und vorsichtig zu agieren, durfte Loeb am letzten Tag voll auf Angriff fahren. In der Gewissheit, dass auch ein dritter Platz um Erringen der WM reichen würde, teilte Quesnel seinen zweiten Fahrer Dani Sordo zum Punktesammeln ein: "Dani soll bloß das Auto auf der Straße halten, langsam machen und die nötigen Punkte holen. Sebastien darf Gas geben und soll gewinnen."

Schwierigen Straßenverhältnissen mit Eisplatten und Raureif

Bei schwierigen Straßenverhältnissen mit Eisplatten und Raureif fuhr Loeb am Schlusstag wie entfesselt. Er setzte auf den ersten beiden Prüfungen die Bestzeit. Latvala, der das Handicap hatte, als Erster starten zu müssen, hielt aber tapfer dagegen: Vor den letzten beiden Sonderprüfungen hatte der Finne, der mit 7,9 Sekunden Vorsprung den Tag begann, immer noch ein kleines Polster - allerdings nur noch 1,4 Sekunden.

In der vorletzten Prüfung schien sich die Wende anzubahnen: Auf den 27 Kilometern von "Rheola 2" knöpfte Loeb dem Finnen 9,2 Sekunden ab. Doch kurz nach die Ernüchterung: Wegen Frühstarts bekam Loeb zehn Sekunden Strafzeit aufgebrummt. Doch auf den letzten Kilometern der Rallye machte Loeb mit einer überlegenen Bestzeit nochmals ernst und stellte seinen 47. Sieg bei einem WM-Lauf sicher. Die Strafe stellte sich später übrigens als Irrtum der Zeitnehmer heraus und wurde wieder zurückgenommen. "Wir konnten uns diesbezüglich aber nicht sicher sein", sagte Loeb. "Deswegen mussten wir auf der letzten Prüfung nochmals richtig Gas geben."

Marken-WM-Titel zurückerobert

Citroen eroberte damit den Titel in der Marken-WM von Ford zurück. Loeb stand bereits vor dem Saisonfinale in Wales als Fahrerweltmeister fest. "Ich bin restlos zufrieden", sagte Loeb. "Unser Ziel war es, die Hersteller-WM einzufahren. Das haben wir geschafft. Die Bedingungen waren extrem schwierig und wir mussten einige Schrecksekunden überstehen. Mit Einheitsreifen war es teilweise echt schlimm. Trotzdem sind wir Jari-Matti aber immer hart auf den Fersen geblieben und haben am Schluss gewonnen."

Olivier Quesnel, der Citroen-Sportchef, freute sich wie ein Schneekönig über das Double: "Für mich persönlich ist der Fahrertitel wichtiger, für die Firma der Marken-Titel. Am besten ist es wenn man beide Titel gewinnt. Dann gibt es in der Firma keine Diskussionen."

2009 fahre ich ernsthaft um den Titel mit

Der knapp unterlegene Latvala freute sich mehr über Platz zwei, als dass er dem knapp verpassten Sieg nachtrauerte: "Wir hatten viele Big Moments, mit dem ganzen Eis auf der Strecke", meinte der Finne. "Ein paar Mal sind wir in Kurven extrem weit rausgerutscht." Für 2009 hat sich Latvala viel vorgenommen: "Anfang des Jahres habe ich in Schweden leicht gewonnen. Da dachte ich schon: Das geht immer so mühelos. Jetzt in Wales habe ich aber wieder gesehen, wie hart man kämpfen muss. Das hat mich aber stärker gemacht. Ich verspreche: 2009 fahre ich ernsthaft um den Titel mit."


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