Rallye Griechenland

Zwei Teams schummeln

Foto: McKlein

Die Ralle Griechenland startet mit einem handfesten Skandal. Drei der teilnehmenden Subaru-Impreza WRC 2005 und ein Mitsubishi Lancer WRC 05 wurden mit erheblichem Untergewicht erwischt. Sofortiger Ausschluss wäre die einzig reglementsgerechte Strafe gewesen. Aber: Drei FIA-Kommissare ließen die Betrugs-Autos nach Geldstrafen weiterfahren.

Dreimal wurde der Wagen Nr. 5, der Subaru von Petter Solberg, gewogen: Bei der Abnahme vor Rallyebeginn brachte er 1.257 kg auf die Waage, in Athen nach der ersten Sonderprüfung nur noch 1.219 kg. Bei anschließenden, weiteren Wägungen auf der FIA-Waage im Service-Zentrum in Lamia blieb der Zeiger nach drei Versuchen auf 1.218,5 kg, 1.218 und 1.218 kg stehen. Nach dem Reglement der Rallye-WM hätte der Wagen aber mindestens 1.230 Kilogramm wiegen müssen.

Das hätten auch die Subaru-Impreza der Piloten Chris Atkinson und Stephane Sarrazin tun müssen. Aber auch diese Fahrzeuge kamen nur auf maximal 1.222, respektive 1.226 Kilogramm.

Der Mitsubishi Lancer von Gigi Galli fiel durch noch krassere Betrügerei auf: Hatte das Auto bei der Abnahme vor dem Start noch 1.276 kg gewogen, so waren es in Athen nur mehr 1.224 Kilogramm, beim Nachwiegen in Lamia auch nur maximal 1.224,5 kg. Also runde 50 Kilogramm weniger.

Nach Artikel 15.1.8 der FIA- Reglemente von 2005 hätte das Vergehen mit sofortigem Ausschluss der vier Autos geahndet werden müssen. Aber in schönster Krämer-Manier fällten die drei FIA-Kommissare Hans-Christoph Mehmel aus Deutschland, Garry Connelly aus den USA und George Drakakis aus Griechenland ein skandalöses Urteil: Je nach Untergewicht wurden die Autos statt mit sofortigem Ausschluss lediglich mit lächerlichen Geldstrafen belegt. Für das Solberg-Mobil waren 30.000 Euro fällig, für den Atkinson-Subaru 20.000 Euro, Sarrazin und Galli kamen mit je 10.000 Euro Strafe davon.

Argument der drei FIA-Kommissare: Vielleicht war die FIA-Waage nicht genau – und einen rechten Vorteil hätten sich die betroffenen Teams bei dieser Showeinlage ja nicht verschafft. Noch deutlicher wird die Haltung der Technikhüter durch einen Aussage Mehmels: "Wenn wir hier vier Autos disqualifiziert hätten, würde das nach dem Ereignissen in Indianapolis bei der Formel 1 doch wirklich einen schlechten Eindruck vom Motorsport machen".

Das Echo aus Reihen der Konkurrenz fiel einhellig aus: Nichts als völliges Unverständnis. Besonders bei Peugeot heulte man auf und erinnerte sich daran, dass beide 206 in Argentinien vor zwei Jahren auf’s Übelste disqualifiziert worden waren: Bei Richard Burns wog die Schwungscheibe 20 Gramm zu wenig, Marcus Grönholm hatte den Zurufen eines weit entfernt stehenden Mechanikers zugehört.

Es ist damit zu rechnen, dass Peugeot hier in Griechenland Protest gegen die skandalöse Entscheidung der Kommissare einlegt. FIA-Vertreter Piero Sodano, für die Presse zuständig, hat überdies seine FIA-Vorgesetzten schon darüber informiert, dass kein Journalist diese Skandal-Entscheidung verstünde und damit einen möglichen Protest der FIA gegen ihre eigenen Kommissare ausgelöst!

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