Rallye Schweden 2018

Neuville siegt im Schnee, Desaster für Ogier

Thierry Neuville - Hyundai i20 WRC - Rallye Schweden 2018 Foto: xpb

Thierry Neuville kontert bei der Rallye Schweden nach einem durchwachsenen Saisonauftakt und schnappt sich die WM-Führung. Sébastien Ogier patzt und landet außerhalb der Top 10.

In Monte Carlo hatten sich Ford und Toyota die Podestplätze aufgeteilt. Drei Wochen später strahlten die Mannen von Hyundai und Citroën. Beim zweiten Saisontreffen der Rallye-Szene in Schweden siegte Thierry Neuville im Hyundai i20 WRC. Zum Saisonauftakt hatte sich der Belgier noch mit einem fünften Rang nach einer durchwachsenen fahrerischen Vorstellung begnügen müssen.

Neuville in Topform zum siebten Karriere-Erfolg

Auf den verschneiten Routen in Schweden zeigte sich Neuville wie ausgewechselt. Der Hyundai-Pilot übernahm nach der dritten Wertungsprüfung am Freitag die Führung, die er über das Wochenende hinweg souverän und clever verwaltete. Im Gegensatz zum Vorjahr erlaubte sich Neuville keinen Fehler. Vor einem Jahr hatte er einen sicher geglaubten Schweden-Sieg leichtfertig weggeworfen. Diesmal nicht. Neuville war der schnellste Mann auf fünf der 19 Etappen. Auf der abschließenden Power Stage über 9,56 Kilometer ging der 29-Jährige nicht ins letzte Risiko, wurde aber trotzdem Vierter und staubte zwei Zusatzpunkte ab.

Für den Gesamterfolg bei der Rallye Schweden 2018 gibt es aber weit mehr: 25 Zähler. Nach zwei Saisonläufen hat Neuville nun 41 Punkte angesammelt. Elf mehr als Sébastien Ogier. „Wir hatten in Monte Carlo einen enttäuschenden Saisonstart“, sagte Neuville nach seinem siebten Sieg in der Rallye-WM. „Aber wir ließen uns nicht unterkriegen. Wir wussten, dass die Konkurrenz hier stark sein würde, aber wir kamen mit dem Ziel, zurückzuschlagen, und das ist uns gelungen. Wir hatten nicht erwartet, so früh die Führung zu übernehmen. Deshalb mussten wir clever sein und den Vorsprung verteidigen und dann ausbauen, wenn es möglich war. Ich denke, wir hatten im vergangenen Jahr den Sieg verdient, aber vielleicht noch mehr in diesem Jahr. Wir liegen jetzt in der Tabelle vorn, damit ist unsere Saison wieder auf Kurs.“

Sébastien Ogier - Ford Fiesta WRC - Rallye Schweden 2018 Foto: xpb
Nur Platz elf: Es war nicht die Rallye Schweden des Sébastien Ogier.

Ogier erwischte nach dem Auftaktsieg bei der Rallye Monte Carlo diesmal ein schwaches Wochenende. Ein schwarzer Freitag warf den Ford-Piloten und fünfmaligen Weltmeister aus den Top 10. Der Franzose schaffte es im Anschluss nicht, Boden gutzumachen. Das Ergebnis: Platz elf. Immerhin glückte ihm auf der Power Stage die zweitbeste Zeit hinter Esapekka Lappi. Das brachte Ogier vier Zusatzpunkte.

Weitaus besser schnitt Craig Breen ab. Der 28-jähirge Ire übernahm nach einem Dreher von Andreas Mikkelsen am Samstagmorgen den zweiten Platz. Zwar gelang es Breen nicht mehr, Neuville niederzuringen, dennoch steht nach 19 Etappen sein bestes Karriere-Resultat in der Ergebnisliste. Den dritten Rang sicherte sich Mikkelsen im zweiten Hyundai.

Hyundai übernimmt Führung in Team-WM

Nach dem Doppelpodest zum Saisonauftakt reichte es für Toyota diesmal nur zu einem vierten und siebten Platz. Esapekka Lappi war der schnellere der beiden Toyota-Fahrer. Obwohl er sich Früh einen Fahrfehler leistete und in einem Schneehügel hängen blieb. Auf den letzten zwei Wertungsprüfungen kassierte der Finne jedoch noch zwei Konkurrenten. Vorjahressieger Jari-Matti Latvala wurde Siebter im zweiten Yaris WRC. Hayden Paddon rundete als Fünfter das starke Mannschaftsergebnis von Hyundai ab. Mads Ostberg wurde Sechster im Citroën C3 WRC.

Hyundai führt mit Neuville nicht nur die Fahrerweltmeisterschaft an, sondern liegt nach der Rallye Schweden auch in der Team-WM vorne. Wenn auch denkbar knapp. Toyota trennt mit insgesamt 53 gesammelten Punkten nur ein Zähler vom Spitzenplatz. Ford M-Sport (43 Punkte) fiel sogar hinter Citroën zurück.

Neuester Kommentar

Wird zeit dass Hyundai neben dem I30N auch eine Allrad Rallyehomage von diesem auflegt, da der Hyundai im Gegensatz zum Toyota zum Beispiel sehr Seriennah aussieht.

Drive 20. Februar 2018, 08:27 Uhr
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