Rallye Schweden

Grönholm ganz knapp vorne

Foto: McKlein

Zwei Bestzeiten am Freitag (11.2.) reichten dem dreimaligen Schweden-Sieger, Marcus Grönholm auf Peugeot, zur höchst knappen Führung vor Petter Solberg auf Subaru. Vorjahres-Gewinner Sebastien Loeb auf Citroen kam als Dritter ins Tagesziel.

Der lange erwartete Schnee war doch noch spärlich gefallen, in der vorletzten Nacht vor dem Start der Schweden-Rallye. In den Waldpassagen der ersten Prüfung des Tages hatte der Wind allerdings so viel davon auf die vereiste Fahrbahn gefegt, dass man einen Schneepflug vor dem ersten Starter über die Piste bemühte. Pisten-Vorausfahrer Björn Waldegaard kommentierte die Situation so: "Ziemlich eisig überall. Die tief stehende Sonne könnte den Fahrern auch Probleme machen.“ Bei minus sieben Grad Lufttemperatur und minus sechs Grad auf den Pistenoberflächen gingen 69 Teams unter völlig wolkenlosem Himmel auf die Reise, alle natürlich auf Spikes-Reifen. Allerdings galt es auch bei diesen Pneus, die richtige Wahl zu treffen: Kurze oder etwas längere Spikes im Gummi – das war die Frage bei den Michelin-Reifen, die von Citroen, Ford und Skoda eingesetzt werden. Das gleiche Problem stellte sich bei Peugeot, Mitsubishi und Subaru, bei deren Pirelli-Pneus vom Typ J 1 ebenfalls zwei Spike-Typen mit unterschiedlicher Länge zur Wahl standen. Die klügere Wahl für die Fahrt über die ersten drei Sonderprüfungen bei niedrigeren Temperaturen und wenig zerfahrenen Eisspuren waren die längeren Spikes, während für die nachmittäglichen Ritte bei deutlich höheren Temperaturen über die gleichen drei Sonderprüfungen die kürzeren Nägel größere Vorteile brachten: Die Ideallinien waren dann schon heftiger ausgefahren und mehr gefrorener Schotter schaute durch das Eis. Auf den letzten Prüfungen waren fast 80 Prozent lockerer Schotter angesagt, was zu deutlichen Spikes-Verlusten in den Laufflächen führte. "Ich hatte oft das Gefühl, dass wir gar keine Nägel mehr im Reifen hatten –das stimmte natürlich nicht“, sagte Grönholm nach seinem Ritt. In jedem Fall aber war höchste Fahr- Präzision verlangt, denn jene schönen, bei der Schweden-Rallye früherer Jahre so beliebten Schneewälle, an die man ein ausbrechendes Auto hatte anlehnen können, gab es nicht.

Mitsubishi – Galli beeindruckt mächtig

Dass sich die drei Weltmeister Sebastien Loeb (Citroen), Petter Solberg (Subaru) und Marcus Grönholm (Peugeot) nichts schenken würden, das war zu erwarten: Solberg entschied die beiden ersten Prüfungen des Tages für sich, Grönholm die beiden nächsten und Loeb gab sich die Topzeit in der fünften Sonderprüfung. Allerdings: Der Franzose hätte sicher auch die vierte Sonderprüfung für sich entschieden – aber nachdem er den Motor beim Start abgewürgt hatte, flog er nach vier Kilometern raus, sauste durch einen Graben und verlor fast 20 Sekunden. Peugeot-Neuzugang Daniel Carlsson demolierte übrigens in dieser Wertungsprüfung das linke Vorderrad seines Bozian-307.

Dass aber Gigi Galli, der Ski- und Schneefan aus Livigno, der hinter seinem Haus immer wieder mit einem bespikten Evo VII trainiert, hier derartig zulangen würde, das war nicht zu erwarten. In der sechsten Sonderprüfungen fuhr der Italiener mit dem Mitsubishi Bestzeit, nachdem er sich langsam an seine Grenzen herangetastet hatte: Sechster in ersten Wertungsprüfung, fünfter in der zweiten Wertungsprüfung, vierter in Wertungsprüfung drei, dann zweiter und – vor dem Super-Special-Kreisverkehr am Abend in Hagfors – erster in der letzten , echten Wertungsprüfung des Tages. "Alles hat gepasst!“, resümierte Galli. Als er sich am Abend als Viertplatzierter plötzlich im Rampenlicht des höchst beeindruckten schwedischen Fernsehens fand, schloß er sich der Meinung der Reporter an: "Auch ich bin ziemlich beeindruckt von meiner Leistung hier in Schweden.“

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